Micron Aktie: HBM4-Hochlauf doppelt so schnell

Micron liefert HBM4-Chips für Nvidias neue GPUs und beschleunigt die Fertigung. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich.

Micron Aktie
Kurz & knapp:
  • HBM4-Hochlauf doppelt so schnell wie Vorgänger
  • Kunden erhalten nur 50-66% der Bestellmenge
  • Fünf neue Chipfabriken weltweit geplant
  • Umsatz im Quartal fast verdreifacht

Micron liefert Speicherchips für Nvidias neue „Vera Rubin“-GPUs — und das schneller als je zuvor. Der HBM4-Hochlauf läuft doppelt so schnell wie die Vorgängergeneration HBM3E. Das ist die zentrale Botschaft, die Micron-Manager Manish Bhatia diese Woche auf einer JPMorgan-Konferenz vermittelte.

Strukturelle Knappheit treibt den Ausbau

Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Kunden erhalten derzeit nur 50 bis 66 Prozent ihrer bestellten Menge. Micron baut deshalb fünf neue Chipfabriken — in Idaho, New York, Taiwan, Singapur und Indien. Für die Produktion hat das Unternehmen einen mehrjährigen Liefervertrag mit ASML über EUV-Lithografieanlagen abgeschlossen.

In Indien hat der Betrieb offiziell begonnen. Indiens Minister Ashwini Vaishnaw bestätigte den Start der kommerziellen Produktion. Das Werk ist Teil der „India Semiconductor Mission“, die bis 2030 drei Viertel des indischen Chipbedarfs lokal decken soll.

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Zahlen und Kursziele

Die Quartalszahlen unterstreichen das Tempo. Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. DRAM-Produkte machten dabei rund 79 Prozent des Umsatzes aus.

Analysten haben ihre Kursziele nach oben angepasst:

  • Citi: 840 Dollar (zuvor 425 Dollar), begründet mit einem DRAM-Preisanstieg von 40 Prozent im Quartal
  • HSBC und Melius Research: jeweils 1.100 Dollar
  • Mizuho: 800 Dollar, mit Verweis auf anhaltende Preissetzungsmacht bei DRAM und NAND bis 2027

Der Kurs schloss am Freitag bei 647 Euro, ein Minus von 1,36 Prozent auf Tagesbasis. Auf Jahressicht hat die Aktie ihren Wert mehr als verdoppelt — ein Plus von über 140 Prozent seit Jahresbeginn. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35,5x liegt deutlich über dem Fünf-Jahres-Median von 20,7x.

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Zölle und CHIPS Act im Blick

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer deutete diese Woche mögliche Importzölle auf Halbleiter an. Eine unmittelbare Einführung schloss er aus, betonte aber, dass Zeitpunkt und Höhe aktiv geprüft werden. Das politische Ziel: 50 Prozent der globalen Chipproduktion innerhalb von zwei bis drei Jahren in die USA zu verlagern.

Micron gehört zu den Hauptnutznießern des CHIPS and Science Act und investiert 200 Milliarden Dollar in US-Produktionskapazitäten. Zölle auf Importe würden die eigene Inlandsproduktion aufwerten — ein struktureller Vorteil gegenüber asiatischen Wettbewerbern.

Am 24. Juni legt Micron seine nächsten Quartalszahlen vor. Der Marktkonsens erwartet einen Umsatz von rund 33,6 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 19,02 Dollar.

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