Einigung beendet langwierige Streitigkeiten

Micron Technology hat eine rechtliche Auseinandersetzung um Speichertechnologien beigelegt. Wie der US-Entwickler Netlist heute mitteilte, haben beide Parteien eine Patentlizenz- und Vergleichsvereinbarung geschlossen. Die Vereinbarung beendet die anhängigen Verfahren zwischen den beiden Unternehmen vollständig.

Im Rahmen des Abkommens zahlt Micron feste Tranchen. Vom vierten Quartal 2026 bis zum dritten Quartal 2031 fließen vierteljährlich 30 Millionen $ an Netlist. Das Gesamtvolumen der Zahlungen beläuft sich damit auf 600 Millionen $.

Mit dem Schritt räumt der Halbleiterkonzern ein juristisches Risiko aus dem Weg. Patentrechtliche Auseinandersetzungen binden nicht nur Managementkapazitäten, sondern können im Ernstfall auch den Vertrieb hochentwickelter Speicherprodukte belasten. Die nun gefundene Vereinbarung verschafft Planungssicherheit für die kommenden Geschäftsjahre.

Rückenwind für anstehenden Produktionsstart

Die vertragliche Klärung fällt in eine Phase operativer Expansion. Medienberichten zufolge beschleunigt das Unternehmen den Kapazitätsausbau an vier Standorten in Taiwan. Eine neue Verpackungsfabrik für High-Bandwidth-Memory in Taichung soll noch Mitte Oktober die Volumenproduktion aufnehmen.

Zudem treibt Micron neue Kooperationen voran. Medienberichten zufolge arbeitet der Konzern gemeinsam mit Nvidia an kundenspezifischem HBM-Speicher. Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen bereits seinen Jahresbericht vorgelegt und dabei auf eine anhaltend angespannte Angebotssituation im Speicherbereich hingewiesen.

Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

An der Börse notiert die Aktie heute mit einem leichten Abschlag von 0,5 Prozent bei 943,50 Euro. Auf Jahressicht zählt der Titel dennoch zu den stärksten Gewinnern im Halbleitersektor: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 274 Prozent.

Das fundamentale Umfeld bewegte zuletzt auch mehrere Analysehäuser zu deutlichen Anpassungen. Am 1. Oktober hob Rosenblatt Securities das Kursziel für die Aktie von 1.500 $ auf 1.900 $ an und bestätigte die Einstufung mit „Buy“. DA Davidson erhöhte das Kursziel am selben Tag von 2.000 $ auf 2.100 $. Beide Häuser sehen damit ungeachtet der vorangegangenen Kursgewinne weiteren Spielraum nach oben.