Micron greift bei der Speicherkapazität von Servern in eine neue Dimension. Der Chiphersteller präsentiert mit dem 512-Gigabyte-DDR5-Modul das nach eigenen Angaben dichteste RDIMM der Branche — ein Produkt, das direkt auf den Hunger der KI-Infrastruktur nach Arbeitsspeicher zielt.
Zwölf Terabyte in einem Server
Möglich macht das Micron über eine vertikale Verpackungstechnik: DRAM-Dies werden gestapelt und über Durchkontaktierungen miteinander verbunden. Das Ergebnis sind bis zu zwölf Terabyte DDR5-Speicher in einem einzigen Server mit 24 Steckplätzen und zwei Sockeln. Die Übertragungsrate liegt bei bis zu 9.200 Megatransfers pro Sekunde, der Stromverbrauch soll gegenüber vier herkömmlichen 128-Gigabyte-Modulen um mehr als 60 Prozent sinken.
Für Workloads wie datenintensive Analysen mit Support Vector Machines verspricht Micron bis zu 1,4-fache Performance gegenüber 256-Gigabyte-Konfigurationen. Auch speicherhungrige Datenbanken und Caching-Systeme sollen von der höheren Kapazität profitieren, indem größere Datensätze direkt im Arbeitsspeicher gehalten werden können — statt auf langsamere Speicherebenen auszuweichen.
Das Modul wird derzeit gemeinsam mit AMD und Intel auf kommenden Serverplattformen validiert. Beide Chiphersteller bestätigten die enge Zusammenarbeit mit Micron bei der Freigabe für ihre jeweiligen Plattformen. Auch JPMorganChase äußerte sich zu dem Produkt und verwies auf den wachsenden Bedarf an höherer Speicherkapazität für moderne Rechenzentrumsarchitekturen.
Markteinführung erst 2027 geplant
Die Serienproduktion der 512-Gigabyte-RDIMMs soll Micron zufolge in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 anlaufen, abgestimmt auf den Bedarf der Kunden. Bis dahin bleibt das Modul ein Ausblick auf künftige Serverarchitekturen — der eigentliche Umsatzbeitrag liegt also noch außerhalb des laufenden Geschäftsjahres.
Für Micron ist die Ankündigung dennoch ein Signal an den Markt: Während Großkunden wie Cloud-Anbieter und Datenbankbetreiber nach immer größeren Speicherkapazitäten für KI-Workloads verlangen, positioniert sich das Unternehmen als Taktgeber bei der Speicherdichte. Ob sich daraus tatsächlich zusätzliche Marktanteile im hart umkämpften Server-DRAM-Geschäft ergeben, entscheidet sich frühestens mit dem Produktionsstart in anderthalb Jahren.
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