Microsoft baut seine KI-Strategie radikal um. Chatbots waren gestern. Auf der Konferenz Build 2026 rief der Konzern das Zeitalter der autonomen KI-Agenten aus. Die Folge: Nervosität an der Börse.

Das neue System soll komplexe Aufgaben in Unternehmen selbstständig erledigen. Die Integration reicht von Bürosoftware bis hin zu Entwicklerwerkzeugen. Die Nutzerzahlen steigen messbar. Im letzten Quartal zahlten 20 Millionen Kunden für Microsoft 365 Copilot. Zuvor waren es 15 Millionen.

Dennoch wächst die Skepsis am Markt. Investoren blicken besorgt auf die explodierenden Kosten. Microsoft plant für das Geschäftsjahr 2026 Rekordinvestitionen von 190 Milliarden US-Dollar. Das Geld fließt primär in den globalen Ausbau der Azure-Infrastruktur. Die Rendite dieser Ausgaben muss sich erst beweisen.

Höhere Preise für Software

Um die enormen Investitionen abzufedern, dreht der Konzern an der Preisschraube. Ab dem 1. Juli 2026 steigen die Tarife für Microsoft 365. Das Management begründet diesen Schritt mit neuen KI- und Sicherheitsfunktionen.

Die Anpassungen im Detail:
* Business Basic: plus 16 Prozent auf 7 US-Dollar monatlich.
* Business Standard: plus 12 Prozent auf 14 US-Dollar monatlich.
* E3: plus 8 Prozent auf 39 US-Dollar monatlich.

Parallel dazu bedient der Software-Riese seine Aktionäre. Der Vorstand beschloss am Mittwoch eine Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar je Aktie. Im Vorquartal schüttete das Unternehmen insgesamt rund 12,7 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe aus.

Abwärtstrend an der Börse

Die ehrgeizigen Pläne stützen den Aktienkurs derzeit nicht. Die Microsoft-Papiere beendeten die Handelswoche mit einem Minus von 6,59 Prozent. Am Freitag schloss der Titel bei 337,85 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 16 Prozent.

Charttechnisch trübt sich das Bild weiter ein. Der Kurs notiert deutlich unter der wichtigen 50-Tage-Linie. Auch der langfristige 200-Tage-Durchschnitt ist weit entfernt. Der Relative-Stärke-Index fällt auf 38,2 Punkte. Das signalisiert einen fast überverkauften Zustand.

Abseits der KI-Fantasie fordert das Tagesgeschäft Aufmerksamkeit. Microsoft schloss diese Woche 206 Sicherheitslücken im Windows-Ökosystem. Darunter befanden sich 33 kritische Fehler und eine Zero-Day-Schwachstelle im Defender. Solche Updates sind Teil der verschärften Sicherheitsinitiative des Konzerns.

Die Preiserhöhungen im Juli bringen zeitnah frisches Kapital in die Kassen. Hält der Verkaufsdruck an der Börse jedoch an, rückt das 52-Wochen-Tief bei rund 309 Euro in den Fokus. Dort entscheidet sich der mittelfristige Trend.