Microsoft arbeitet daran, seine KI-Abhängigkeit von OpenAI zu reduzieren — und kauft sich dafür gezielt neue Fähigkeiten ein. Parallel dazu hat der Konzern seine kommerzielle Vereinbarung mit OpenAI neu verhandelt, mit konkreten Vorteilen für das Azure-Geschäft. Die Aktie legte am Freitag rund vier Prozent zu, während der Gesamtmarkt nachgab.
Startup-Jagd für eigene Modelle
Microsoft führt Gespräche über die Übernahme von Inception, einem Palo-Alto-Startup, das aus der Stanford University hervorgegangen ist. Das Unternehmen entwickelt sogenannte diffusionsbasierte Sprachmodelle — eine Architektur, die Token parallel statt sequenziell verarbeitet und sich damit grundlegend von den gängigen autogressiven Ansätzen unterscheidet. Inception soll einen Bankberater mandatiert haben und strebt einen Preis von über einer Milliarde Dollar an. Die Gespräche laufen noch, ein Abschluss ist nicht garantiert.
Microsofts Venture-Fonds M12 hatte sich bereits Ende 2025 an einer 50-Millionen-Dollar-Seed-Runde von Inception beteiligt. Eine weitere potenzielle Akquisition — der Code-Assistent Cursor — scheiterte intern an kartellrechtlichen Bedenken, da Microsoft mit GitHub Copilot bereits ein konkurrierendes Produkt besitzt.
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Der Wettbewerb um KI-Talente ist scharf. SpaceX soll ebenfalls Interesse an Inception gezeigt haben und sicherte sich kurz nach Microsofts Rückzug einen Deal mit Cursor.
Neuverhandlung mit OpenAI stärkt Azure
Die Akquisitionsstrategie läuft parallel zu einer grundlegend überarbeiteten Partnerschaft mit OpenAI. Künftig zahlt OpenAI 20 Prozent seines Umsatzes an Microsoft — mit einer Gesamtobergrenze von 38 Milliarden Dollar bis 2030. Kurzfristig bedeutet das mehr Geld: Für das laufende Jahr werden rund sechs Milliarden Dollar erwartet, gegenüber zuvor etwa vier Milliarden.
Wedbush-Analyst Daniel Ives wertet die neue Struktur als Nettovorteil für Microsoft. Der Konzern sicherte sich Nutzungsrechte an OpenAI-Modellen bis 2032 — unabhängig davon, wann OpenAI künstliche allgemeine Intelligenz erreicht. Außerdem entfällt die bisherige Pflicht, Erlöse aus Azure-Verkäufen von OpenAI-Modellen mit dem Partner zu teilen. Ives bezeichnete das als Beseitigung eines spürbaren Bremsers für Azures KI-Monetarisierung.
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Starke Fundamentaldaten, schwieriges Jahr
Microsofts Zahlen für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2026 überzeugten: Der Gewinn je Aktie lag bei 4,27 Dollar, der Konsens hatte 4,07 Dollar erwartet. Azure wuchs um 40 Prozent, das KI-Geschäft erreichte einen annualisierten Umsatz von 37 Milliarden Dollar — ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wedbush verwies außerdem auf einen kommerziellen Auftragsbestand von 627 Milliarden Dollar als Indikator für anhaltende Nachfrage.
Trotz des starken Quartalsergebnisses notiert die Aktie seit Jahresbeginn rund zehn Prozent im Minus. Das 52-Wochen-Hoch von 467 Euro liegt fast 22 Prozent entfernt. Analysten bleiben mehrheitlich konstruktiv: Wedbush hält an seiner Outperform-Einstufung mit Kursziel 575 Dollar fest, Citigroup sieht das Papier mit einem der höchsten Kursziele auf der Straße bei 620 Dollar.
Microsofts eigenes KI-Team unter Mustafa Suleyman lieferte im April erste Eigenmodelle — darunter MAI-Transcribe-1 und MAI-Voice-1. Der Konzern will bis Ende 2026 ein wettbewerbsfähiges Frontier-Modell aus eigener Entwicklung vorlegen. Ob das reicht, um die Skepsis rund um den 190-Milliarden-Dollar-Investitionsplan zu zerstreuen, wird sich an den nächsten Quartalszahlen ablesen lassen.
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