Microsoft baut um. Der Technologiekonzern pumpt Milliarden in Künstliche Intelligenz. Dafür streicht das Management tausende Stellen. Bei Microsoft klaffen Expansion und harter Sparkurs aktuell weit auseinander.

Milliarden für die Cloud

Rund 190 Milliarden US-Dollar fließen im Jahr 2026 in die neue IT-Infrastruktur. Microsoft kauft massiv Prozessoren für seine Azure-Rechenzentren. Das Ziel: Die Monetarisierung von KI-Diensten soll flächendeckend gelingen.

Die Strategie greift bereits. Das Azure-Geschäft wuchs im letzten Quartal um 40 Prozent. Die jährliche Umsatzrate im KI-Bereich sprang auf 37 Milliarden Dollar. Dazu kommt der Büro-Assistent Copilot. Zahlreiche Firmenkunden abonnieren den Dienst mittlerweile. Das Wachstum beschleunigt sich rasant.

Kahlschlag bei Xbox

Parallel zum teuren Ausbau schrumpft die Belegschaft. Am Montag kündigte Microsoft den Abbau von 4.800 Arbeitsplätzen an. Das entspricht gut zwei Prozent der weltweiten Belegschaft. Besonders hart trifft es die Spiele-Sparte Xbox. Dort fallen sofort 1.600 Jobs weg.

Marktbeobachter sehen darin einen klaren Kurswechsel. Das Management finanziert den gewaltigen Infrastruktur-Zyklus durch Einsparungen in schwächeren Bereichen. Auch kommerzielle Teams müssen bluten. Kurz gesagt: ein Risiko. Microsoft erhofft sich durch KI spürbare Produktivitätsgewinne. Weniger Personal soll künftig mehr Arbeit bewältigen.

An der Börse sorgt der Umbau bisher nicht für Euphorie. Die Aktie notiert aktuell bei 336,40 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 17 Prozent auf der Anzeigetafel.

Ende Juli legt Microsoft die nächsten Quartalszahlen vor. Dann erwarten Investoren handfeste Belege. Die gigantischen KI-Ausgaben müssen sich in steigenden Margen und starkem Cashflow niederschlagen. Enttäuscht das Cloud-Wachstum, droht ein weiterer Kursrutsch.