Ein gewaltiger Auftragsstau zwingt Microsoft zu unkonventionellen Maßnahmen. Rund 625 Milliarden US-Dollar an KI-bezogenen Bestellungen warten auf ihre Abarbeitung, während die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen stößt. Um den Engpass bei der Rechenleistung aufzulösen, greift der Konzern nun tief in die Struktur der US-Energieversorgung ein.
Eigene Kraftwerke gegen den Netzengpass
Der Ausbau der Azure-Cloud geriet Ende 2024 ins Stocken. Verzögerungen beim Anschluss an das öffentliche Stromnetz bremsten neue Rechenzentren massiv aus. Microsoft umgeht dieses Problem nun schlichtweg. In Texas und West Virginia plant das Unternehmen erdgasbetriebene Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über 4,75 Gigawatt, die völlig autark vom regulären Stromnetz arbeiten.
Parallel dazu sichert der Softwaregigant die Hardware-Seite ab. Ein neuer Dreijahresvertrag mit dem südkoreanischen Hersteller SK Hynix garantiert die langfristige Versorgung mit DDR5-Speicherchips. Diese Komponenten sind für den Betrieb KI-optimierter Server zwingend erforderlich.
Hohe Kosten drücken auf die Kursziele
Diese gigantischen Infrastrukturinvestitionen (CAPEX) machen sich bei den Analystenbewertungen bemerkbar. Mizuho senkte das Kursziel am Dienstag von 620 auf 515 US-Dollar, Piper Sandler reduzierte auf 500 US-Dollar. Die Experten verweisen auf makroökonomische Risiken und die extrem hohen Vorabkosten, betonen aber das intakte Kerngeschäft.
An der Börse spiegelt sich diese Vorsicht deutlich wider. Bei einem aktuellen Kurs von 333,45 Euro notiert das Papier fast 18 Prozent unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 17 Prozent auf der Anzeigetafel, obwohl das operative Geschäft floriert. Im letzten Quartal wuchs der Azure-Umsatz um satte 39 Prozent.
Preisoffensive im Software-Segment
Um die neuen KI-Werkzeuge schneller in die Breite zu tragen, greift Microsoft auch bei den Softwarepreisen ein. Ab dem 1. Mai sinken die Kosten für Windows 365 Business um 20 Prozent. Zeitgleich präsentiert das Unternehmen auf dem heutigen „Business Applications Update“ neue KI-Agenten für Copilot Studio, die komplexe Arbeitsabläufe in Unternehmen vollständig automatisieren sollen.
Am 29. April legt Microsoft nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor. Dieser Bericht liefert konkrete Daten darüber, wie schnell sich die milliardenschweren Kraftwerks- und Hardwareinvestitionen in beschleunigtes Azure-Wachstum übersetzen lassen.
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