Microsoft steht unter Druck: Während OpenAI mit Amazon eine 110-Milliarden-Dollar-Partnerschaft schließt, durchsucht Japans Kartellbehörde die Büros in Tokio. Der Vorwurf: unlautere Geschäftspraktiken bei der Azure-Cloud. Für die Aktie, die bereits fast 30 Prozent von ihrem Allzeithoch verloren hat, kommt die Razzia zur Unzeit.
OpenAI öffnet sich – Microsoft bleibt exklusiv
OpenAI hat seinen bislang größten Finanzierungsabschluss verkündet: Amazon investiert 50 Milliarden Dollar, Nvidia und SoftBank je 30 Milliarden. Die Runde bewertet das KI-Unternehmen mit 730 Milliarden Dollar. Die Frage, die sich Investoren sofort stellten: Was wird aus der Microsoft-Partnerschaft?
Die Antwort folgte prompt. Microsoft und OpenAI veröffentlichten ein gemeinsames Statement: Die Amazon-Partnerschaft ändere „in keiner Weise“ die exklusiven Vereinbarungen zwischen beiden Unternehmen. Microsoft behält die alleinige Lizenz für OpenAIs geistiges Eigentum, Azure bleibt der ausschließliche Cloud-Anbieter für zustandslose APIs, und die Umsatzbeteiligung bleibt bestehen. Im Oktober 2025 hatten die Partner die Vereinbarung bereits angepasst – im Gegenzug verpflichtete sich OpenAI, Azure-Dienste im Wert von zusätzlichen 250 Milliarden Dollar abzunehmen.
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Razzia in Tokio wegen Cloud-Praktiken
Parallel dazu durchsuchte Japans Kartellbehörde die Microsoft-Büros in Tokio. Der Verdacht: Microsoft könnte Kunden seiner Azure-Plattform daran gehindert haben, konkurrierende Cloud-Dienste zu nutzen. Konkret geht es um Software wie Teams oder Word aus der Microsoft-365-Suite, die möglicherweise nur auf Azure-Servern vollständig nutzbar waren.
In anderen Märkten gewährt Microsoft erhebliche Rabatte für eigene Software – etwa Windows Server oder SQL Server – wenn diese auf Azure läuft, verlangt aber höhere Gebühren bei Nutzung in fremden Clouds. Ähnliche Praktiken ziehen bereits die Aufmerksamkeit von Wettbewerbsbehörden in Großbritannien, der EU und den USA auf sich. Microsoft erklärte, man kooperiere vollständig mit der japanischen Behörde.
Starke Zahlen, schwache Bewertung
Die operative Entwicklung bleibt robust. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (bis 31. Dezember 2025) legte der Umsatz um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar zu, der operative Gewinn stieg um 21 Prozent. Azure-Umsätze wuchsen um 39 Prozent. Besonders bemerkenswert: Die kommerziellen Buchungen sprangen um 230 Prozent nach oben – getrieben durch große Azure-Verträge und OpenAIs 250-Milliarden-Zusage.
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Der offene Auftragsbestand erreichte 625 Milliarden Dollar, ein Plus von 110 Prozent. Microsoft schüttete im Quartal 12,7 Milliarden Dollar an Aktionäre aus, 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Dennoch: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist auf das niedrigste Niveau seit der Korrektur 2023 gefallen. Software-Aktien leiden 2026 unter fallenden Bewertungen und Sorgen vor KI-bedingter Kannibalisierung bestehender Geschäftsmodelle.
Zwei Richtungen möglich
Microsoft bewegt sich zwischen zwei Narrativen. Auf der einen Seite steht die massive Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten, belegt durch den Auftragsbestand von über 600 Milliarden Dollar. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2026 leicht steigende operative Margen. Die strategische Ausrichtung auf „agentische KI“ – Systeme, die eigenständig Aufgaben übernehmen – untermauert die langfristige Wachstumsthese.
Auf der anderen Seite wächst der regulatorische Druck. Sollte Microsoft nach behördlichem Feedback Preise, Bündelungsangebote oder Vertragsbedingungen anpassen müssen, könnte das die Profitabilität von Azure AI und Copilot belasten. Die Japan-Razzia reiht sich in eine längere Liste von Wettbewerbsuntersuchungen ein – und dürfte nicht die letzte bleiben.
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