Microsoft Aktie: Copilot wird Pflichtprogramm

Microsoft führt mit dem E7-Plan eine neue Enterprise-Stufe ein, die Copilot erstmals direkt bündelt. Die Preiserhöhung soll die massiven KI-Investitionen monetarisieren.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Neuer E7-Plan kostet 99 Dollar pro Nutzer
  • Copilot wird erstmals direkt in Kernprodukt integriert
  • Massive Investitionen in KI-Infrastruktur
  • Aktienkurs trotz starker Zahlen unter Druck

Microsoft vollzieht den bislang deutlichsten Schritt, seinen KI-Assistenten vom optionalen Zusatz zum Kern des Unternehmensangebots zu machen. Mit dem neuen Microsoft 365 E7-Plan bündelt der Konzern Copilot erstmals in ein Top-Tier-Abonnement — zu einem Preis, der es in sich hat.

Ein neues Paket, ein satter Aufschlag

Ab dem 1. Mai kostet der neue E7-Plan 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Das entspricht einem Aufschlag von 65 Prozent gegenüber dem bisherigen Top-Abonnement. Enthalten sind neben Copilot auch der neue Agent 365, erweiterte Sicherheitsfunktionen über Microsoft Defender, Intune und Purview sowie das Identitätsmanagement-Tool Microsoft Entra Suite.

Es ist das erste Mal seit einem Jahrzehnt, dass Microsoft eine neue Enterprise-Stufe einführt — und das erste Mal überhaupt, dass Copilot direkt in ein Kernprodukt integriert wird, statt als separates Add-on für 30 Dollar monatlich dazuzubuchen.

Gleichzeitig steigen die Preise für die bestehenden Pläne: E3 verteuert sich ab Juli 2026 um 8 Prozent auf 39 Dollar, E5 um 5 Prozent.

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Riesiges Potenzial, noch geringe Durchdringung

Hinter dem Schritt steckt eine klare Rechnung. Microsoft zählt derzeit 15 Millionen zahlende Copilot-Nutzer — bei insgesamt 450 Millionen kommerziellen Microsoft 365-Kunden. Nicht alle davon kommen für ein Enterprise-Upgrade infrage, aber die Lücke verdeutlicht, wie viel Wachstumspotenzial noch ungehoben ist.

Der Druck, dieses Potenzial zu monetarisieren, ist real. In den vergangenen zwei Quartalen hat Microsoft 72 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investiert, allein im jüngsten Quartal flossen 37,5 Milliarden Dollar in Investitionsausgaben — davon rund zwei Drittel in kurzlebige Hardware wie GPUs und CPUs.

Neu im E7-Paket ist auch Copilot Cowork, eine agentische Funktion, die auf dem Claude-Modell von Anthropic basiert. Sie soll mehrere Aufgaben gleichzeitig bearbeiten, dabei auf Kalender, E-Mails und Dateien zugreifen und innerhalb der bestehenden Sicherheits- und Compliance-Grenzen von Microsoft 365 operieren.

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Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die Geschäftszahlen liefern Microsoft eigentlich keinen Grund zur Klage. Im zweiten Fiskalquartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 81,3 Milliarden Dollar — ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar. Die kommerziellen Auftragsbestände wuchsen um 110 Prozent auf 625 Milliarden Dollar.

An der Börse spiegelt sich das kaum wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 15 Prozent verloren und notiert deutlich unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 414 Euro.

Ein strukturelles Risiko, das Anleger zunehmend beschäftigt: 45 Prozent des kommerziellen Auftragsbestands stammen von einem einzigen Kunden — OpenAI. Bereinigt um diesen Anteil wächst der Backlog nur noch mit 28 Prozent jährlich. Zudem verlangsamte sich das Azure-Wachstum im zweiten Quartal leicht auf 38 Prozent in konstanten Währungen.

Mit dem Quartalsbericht Ende April wird sich zeigen, ob die neue Preisstrategie erste Spuren in den Copilot-Abonnementzahlen hinterlässt — das werden die entscheidenden Kennziffern sein, an denen der Markt die E7-Strategie messen wird.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.