Microsoft gerät in Italien unter Druck. Die italienische Wettbewerbsbehörde hat am Freitag Untersuchungen gegen die Activision Blizzard-Einheit des Tech-Konzerns eingeleitet. Der Vorwurf: „irreführende und aggressive“ Verkaufspraktiken bei den Mobile-Games „Diablo Immortal“ und „Call of Duty Mobile“.

Die Regulierer werfen Microsoft vor, gegen Verbraucherschutzgesetze zu verstoßen – besonders in einem Sektor, der anfällig für Glücksspielsucht sei. Im Fokus stehen die Kaufanreize für zusätzliche Inhalte in den kostenlosen Spielen. Durch In-App-Nachrichten und Push-Benachrichtigungen würden Spieler, darunter auch Minderjährige, zu erheblichen Ausgaben verleitet, ohne sich dessen vollständig bewusst zu sein.

Virtuelle Währungen im Visier

Besonders kritisch sehen die italienischen Behörden den Einsatz virtueller Währungen. Spieler könnten damit Gegenstände oder Inhalte kaufen – entweder mit echtem Geld oder durch Fortschritte im Spiel. Das Problem: Die Nutzer verlören dabei leicht den Überblick über ihre tatsächlichen Ausgaben.

Auch die Standard-Einstellungen der Kindersicherung stehen in der Kritik. Die Behörde bemängelt zudem fehlende Informationen über vertragliche Rechte der Spieler. Besonders brisant: Es gebe kaum Möglichkeiten, gegen Kontosperrungen vorzugehen – was zum Verlust bereits investierter Gelder führen könne.

Weitere Baustellen für den Konzern

Parallel läuft ein Gerichtsverfahren gegen Microsoft, das für zusätzliche Belastung sorgen könnte. Ein Bundesrichter in Oakland, Kalifornien, hat am Donnerstag die Klage von Elon Musk gegen OpenAI und Microsoft zugelassen. Der Prozess beginnt am 27. April und könnte bis zum 22. Mai dauern.

Musk wirft OpenAI-Chef Sam Altman und anderen Betrug vor. Der xAI-Gründer behauptet, OpenAI habe ihn über seine ursprüngliche gemeinnützige Mission getäuscht und sei zu einer gewinnorientierten Struktur mit engen Microsoft-Verbindungen übergegangen. OpenAI weist die Vorwürfe als „unbegründet“ zurück und spricht von einem Belästigungsmuster durch einen Konkurrenten.