Rekordumsätze, volle Rechenzentren, wachsende Konkurrenz: Microsofts KI-Story bleibt stark, aber sie wird härter geprüft. Azure wächst weiter rasant. Google Cloud legt inzwischen noch schneller zu. Der Markt schaut deshalb nicht mehr nur auf Nachfrage, sondern auf Kapazität, Margen und echte Copilot-Erlöse.
Google Cloud holt Tempo auf
Zu Jahresbeginn wuchs Google Cloud um 63%, Azure um 40%. Amazon Web Services blieb klar dahinter. Das ändert nicht die Rangfolge im Cloud-Markt, verschiebt aber die Wahrnehmung.
Bei den Marktanteilen liegt AWS weiter bei rund 31%, Azure folgt mit 24%, Google Cloud kommt auf etwa 12%. Microsoft bleibt also ein Schwergewicht. Das Problem liegt im Momentum: Wer beim Wachstum zurückfällt, muss seine Führungsrolle im KI-Cloudgeschäft stärker belegen.
Auffällig ist auch der Auftragsbestand. Alphabet steigerte den Cloud-Backlog von 240 auf 460 Milliarden Dollar. Microsoft meldete bei den kommerziellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen zwar ein Plus von 99% auf 627 Milliarden Dollar, allerdings hängt ein großer Teil davon an OpenAI.
Ohne OpenAI lag das Wachstum nur bei 26%. Das ist immer noch solide, aber deutlich weniger spektakulär als die Schlagzeile. Genau diese Differenz erklärt, warum Investoren genauer hinsehen.
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Hohe Nachfrage, knappe Kapazität
Operativ lieferte Microsoft starke Zahlen. Der Umsatz stieg im jüngsten Quartal um 18% auf 82,9 Milliarden Dollar, Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen um 40%. Die Microsoft-Cloud überschritt erstmals die Marke von 50 Milliarden Dollar Quartalsumsatz.
Der Engpass liegt nicht bei der Nachfrage. Er liegt bei der Infrastruktur. Das Management rechnet bei Azure währungsbereinigt weiter mit rund 39% bis 40% Wachstum und verweist zugleich auf Kapazitätsgrenzen, die bis ins Jahr 2026 hineinwirken.
Microsoft investiert deshalb aggressiv. Die Investitionsausgaben sollen im nächsten Quartal auf mehr als 40 Milliarden Dollar steigen. Bis Jahresende peilt der Konzern rund 190 Milliarden Dollar an.
Das belastet die Finanzkennzahlen. Der freie Cashflow sank um 22% auf 15,8 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge fiel auf 67,6%, den niedrigsten Wert seit 2022.
Copilot bleibt der Knackpunkt
Copilot ist der sichtbarste Hebel für Microsofts KI-Monetarisierung. Bei Microsoft 365 Copilot stehen 15 Millionen bezahlte Sitze zu Buche, das Wachstum lag bei mehr als 160%. Die Durchdringung bleibt aber niedrig.
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Gemessen an 450 Millionen Microsoft-365-Abonnenten entspricht das nur rund 3,3%. Reichweite ist also vorhanden, Zahlungsbereitschaft noch nicht im gleichen Maß. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Besser sieht es bei GitHub Copilot aus. Der Dienst kam Anfang 2026 auf 4,7 Millionen bezahlte Nutzer und rund 77.000 Unternehmenskunden. In den Fortune-100-Unternehmen liegt die Verbreitung bei etwa 90%.
Im Markt für bezahlte KI-Abos führt ChatGPT mit 55,2%, Copilot kommt auf 11,5%. Im Juli 2025 waren es noch 18,8%. Microsoft muss hier zeigen, dass Integration in Office und Entwicklerwerkzeuge dauerhaft in Preissetzungsmacht mündet.
Die Aktie spiegelt diese Skepsis. Am Montag notiert Microsoft bei 350,00 Euro, leicht im Minus; seit Jahresanfang steht ein Rückgang von 13,28% zu Buche. Der Kurs liegt zwar über dem kurzfristigen Durchschnitt, aber weiter klar unter dem langfristigen Trend.
Bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 zählt vor allem, ob neue Rechenzentrumskapazität schneller in Azure-Umsatz und stabile Margen übergeht. Gelingt das, bekommt Microsofts KI-These wieder mehr Fundament. Gelingt es nur schleppend, bleibt der Abstand zwischen Rekordumsatz und Börsenvertrauen bestehen.
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