Die Aktie des kanadischen Bergbauunternehmens Military Metals legte am Mittwoch um 7,21 Prozent auf 0,12 Euro zu. Der Kurs erholt sich damit langsam von seinem 52-Wochen-Tief bei 0,06 Euro, das Ende Mai erreicht wurde. Seitdem hat sich der Wert mehr als verdoppelt.
Grund für den Aufschwung ist eine Entwicklung auf Branchenebene: Die US-Armee gab am 7. Juli bekannt, dass sie REalloys mit dem Bau der ersten kommerziellen Verarbeitungsanlage für kritische Mineralien auf einem Militärgelände beauftragt hat – konkret auf der Tooele Army Base in Utah.
Impuls aus dem US-Militärsektor
Die Entscheidung wirkt wie ein Katalysator für den gesamten Sektor westlich ausgerichteter Bergbau- und Verarbeitungsfirmen. Anleger fokussieren sich zunehmend auf Unternehmen, die Mineralien für Verteidigungsanwendungen fördern – Antimon, Wolfram und Seltene Erden stehen dabei besonders im Fokus.
Auch Konkurrenten wie United States Antimony Corp und Guardian Metal Resources meldeten zuletzt Meilensteine oder strategische Partnerschaften. Das Vertrauen in die strategische Bedeutung des Sektors wächst spürbar.
Der Rückschlag kam im Mai: Das slowakische Umweltministerium entzog Military Metals die Explorationslizenz für das Flaggschiff-Projekt Trojarova – eine Antimon-Gold-Lagerstätte. Das Unternehmen wehrt sich juristisch. Mitte Juni reichte es Berufung bei der slowakischen Regierung ein. Die Begründung: Der Lizenzentzug sei nicht ausreichend gerechtfertigt und widerspreche der Einstufung des Projekts als strategisches Explorationsgebiet unter dem Rahmenwerk der EU-Kommission für kritische Rohstoffe.
Antimon wird zum Sicherheitsfaktor
Der Markt blickt inzwischen über den lokalen Konflikt hinaus. Antimon hat sich vom Nischenrohstoff zum sicherheitsrelevanten Material entwickelt. Chinesische Exportkontrollen und die darauffolgenden US-Initiativen zur Sicherung der Lieferketten haben das Metall ins Zentrum der Verteidigungsbeschaffung gerückt.
Das Trojarova-Projekt in der Slowakei gehört zu den größten bekannten Antimonvorkommen in der Europäischen Union. Eine erste Schätzung bezifferte die Ressource auf 67.000 Tonnen Antimon.
Trotz der Tagesgewinne von 7,21 Prozent liegt der Kurs weiter unter seinen längerfristigen Durchschnitten. Der 50-Tage-Durchschnitt beträgt 0,18 Euro – knapp 32 Prozent über dem aktuellen Niveau. Der 200-Tage-Durchschnitt von 0,24 Euro ist sogar rund 49 Prozent entfernt. Das RSI von 42,2 zeigt: Die Aktie hat sich aus der überverkauften Zone befreit, hat aber noch Luft nach oben. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 149 Prozent.
Die juristische Unsicherheit in Bratislava bleibt der größte Risikofaktor. Für Anleger wiegt derzeit jedoch das makroökonomische Umfeld schwerer: Direkte staatliche Eingriffe in die Verarbeitung kritischer Mineralien signalisieren einen neuen politischen Willen – und der könnte auch den slowakischen Konflikt überschreiben.
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