MTU Aero Engines tastet sich nach dem Abrutschen auf ein neues Jahrestief wieder etwas nach oben. Ein Insiderkauf aus der Führungsetage sorgt dabei für zusätzlichen Gesprächsstoff. Der Rebound ist bislang noch vorsichtig, aber er fällt in ein Umfeld, in dem die Aktie ohnehin stark unter Druck stand.

Insider setzt ein Signal

Vorstandsmitglied Dr. Silke Maurer kaufte am 15. Mai 175 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 279,92 Euro. Die Meldung dazu wurde am 18. Mai veröffentlicht. Solche Director’s Dealings gelten am Markt oft als Hinweis darauf, dass das Management den Kurs für zu niedrig hält.

Gerade nach der jüngsten Schwäche bekommt dieser Zukauf mehr Gewicht als sonst. Er ersetzt keine fundamentale Trendwende, kann aber die Stimmung stützen, wenn die operative Entwicklung nicht aus dem Ruder läuft.

Vom Tief direkt in die Gegenbewegung

Die Aktie fiel am 18. Mai im XETRA-Handel bis auf 265,20 Euro und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief. Am Mittwoch zog der Kurs im Tagesverlauf dann auf 281,00 Euro an. Heute notiert das Papier bei 290,10 Euro, also 6,26 Prozent über dem Tief.

Das Bild bleibt aber angeschlagen. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 21,95 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie 14,80 Prozent im Minus. Der Kurs bleibt damit klar unter den wichtigen Durchschnittslinien von 50, 100 und 200 Tagen.

Operativ besser als der Kursverlauf

Fundamental liefert MTU weiterhin brauchbare Zahlen. Im ersten Quartal 2026 stieg der bereinigte Umsatz um 7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 6 Prozent auf 320 Millionen Euro zu. Vor allem das Militärgeschäft ragte heraus und wuchs um 25 Prozent.

Auch die Analysten sehen das Unternehmen deutlich höher als der aktuelle Börsenkurs. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 374,70 Euro. Das deutet trotz der jüngsten Schwäche noch immer auf spürbares Aufwärtspotenzial hin.

Jahresziel bleibt intakt

Für 2026 peilt MTU weiterhin einen bereinigten Umsatz von 9,2 bis 9,7 Milliarden Euro an. Nach Unternehmensangaben sollen alle Geschäftsbereiche wachsen, wobei das zivile Seriengeschäft prozentual am stärksten zulegen soll.

Mehr Klarheit bringt die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im Juli. Bis dahin dürfte vor allem entscheidend sein, ob sich die Aktie über dem jüngsten Tief stabilisiert und der Rebound nicht nur ein kurzer technischer Ausschlag bleibt.