Die Meag Munich Ergo trennt sich von ihrer Amprion-Beteiligung. Käufer ist RWE — und der Deal hat ein Volumen, das aufhorchen lässt.

RWE übernimmt die Mehrheit

RWE stockt seinen Anteil am Übertragungsnetzbetreiber Amprion auf 55 Prozent auf. Bisher hielt der Essener Energiekonzern lediglich 25,1 Prozent über ein Joint Venture. Der Kaufpreis für das zusätzliche Aktienpaket beträgt rund 3,6 Milliarden Euro.

Verkäufer ist das sogenannte M31-Konsortium. Dazu gehören neben der Meag — dem Asset Manager von Münchener Rück und Ergo — auch Talanx und Swiss Life Asset Managers. Zur Finanzierung hat RWE bereits am Montag eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Der Bruttoerlös lag bei rund 4 Milliarden Euro: 74,4 Millionen Aktien zu je 54 Euro, platziert bei institutionellen Anlegern.

Was der Deal für Münchener Rück bedeutet

Für Münchener Rück ist der Verkauf eine Portfolioumschichtung. Amprion versorgt rund 29 Millionen Kunden in sieben Bundesländern — ein systemrelevantes Netz. Das Konsortium realisiert damit den Wert einer langjährigen Beteiligung. Amprion-Chef Müller betonte, die operative Unabhängigkeit des Netzbetreibers bleibe trotz neuer Mehrheitsverhältnisse erhalten. Den Abschluss der Transaktion erwartet der Markt bis Ende September 2026.

Operativ läuft es bei Münchener Rück unterdessen stark. Der Gewinn je Aktie kletterte im ersten Quartal 2026 auf 13,41 Euro — nach 8,34 Euro im Vorjahr. Dennoch liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 13 Prozent im Minus und notiert mit einem Abschlag von knapp 10 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 528 Euro.

Nächste Termine und Kursziele

Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel bei 564,57 Euro — das wäre ein Aufwärtspotenzial von knapp 18 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs von 477 Euro. Für 2026 rechnet der Markt mit einer Dividende von 25,65 Euro je Aktie, nach 24,00 Euro für 2025.

Die nächste wichtige Wegmarke ist der 7. August 2026: Dann veröffentlicht Münchener Rück die Zahlen für das zweite Quartal. Erst dann wird klarer, wie sich der Abgang des Amprion-Anteils auf den künftigen Cashflow auswirkt.