Eingeschlossene Bergleute, geflutete Schächte, Rettungseinsätze mit Spezialausrüstung – für dieses Risiko gab es bisher kaum passenden Versicherungsschutz. Die Münchener Rück schließt diese Lücke jetzt mit einem neuen Lloyd’s-Konsortium. Für den Rückversicherer ist das der zweite Vorstoß dieser Art innerhalb von zwei Jahren.

Munich Re baut Spezialgeschäft für Minenrettung aus

Über die Tochtergesellschaft Munich Re Specialty – Global Markets startet das Unternehmen ein neues Konsortium für Minenrettungs-Versicherungen. Versichert werden künftig die Kosten für Rettungseinsätze bei eingeschlossenen Bergleuten. Dazu zählen Spezialausrüstung, Transportlogistik und technische Unterstützung.

Die Leitung des Underwritings übernimmt Dan Rouse. Er wechselt von AEGIS zur Münchener Rück. Als technischer Partner unterstützt das Unternehmen Integra die Bergbaufirmen rund um die Uhr.

Der Bedarf ist real. Marktexperten zufolge können Bergbauunternehmen ihre Verluste nach Unfällen bisher oft nur teilweise absichern. Überflutungen zählen dabei zu den größten Risiken unter Tage. Im Oktober 2024 hatte die Münchener Rück bereits ein ähnliches Konsortium gegründet – das neue Angebot erweitert dieses Spezialsegment nun gezielt.

GDV warnt zum Ahrtal-Jahrestag vor Versicherungslücken

Parallel zur Konsortiumsgründung meldet sich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zu Wort. Anlass ist der fünfte Jahrestag der Ahrtal-Flut. Der Verband warnt: Die Vorsorge gegen Naturgefahren in Deutschland bleibt lückenhaft.

Die Zahlen zeigen das Problem. Versicherer regulierten allein für die Ahrtal-Schäden rund 8,75 Milliarden Euro. Trotzdem lag die Quote für Elementarschutzversicherungen in Wohngebäudeversicherungen Ende 2025 erst bei 59 Prozent.

Der GDV fordert deshalb mehr Prävention und eine staatliche Rückdeckung für Extremereignisse. Für Rückversicherer wie die Münchener Rück bedeutet die steigende Zahl von Naturkatastrophen: Die Nachfrage nach umfassenden Deckungskonzepten bleibt hoch.

Aktie klettert Richtung 200-Tage-Linie

Die Münchener-Rück-Aktie notiert aktuell bei 512,20 Euro, ein Plus von 0,63 Prozent gegenüber dem Vortag. Innerhalb von 30 Tagen legte das Papier um 10,46 Prozent zu. Damit liegt der Kurs klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 477,96 Euro und dem 100-Tage-Durchschnitt von 509,35 Euro.

Die 200-Tage-Linie bei 523,52 Euro rückt in Reichweite. Der Abstand beträgt nur noch 2,16 Prozent. Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei 69,0 – nahe der Marke von 70, die technische Analysten als überkauft werten.

Die Jahresbilanz bleibt trotz der Erholung negativ. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 6,70 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 605,00 Euro aus dem August 2025 fehlen noch 15,34 Prozent, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 64,44 Milliarden Euro.

Ob die Aktie die 200-Tage-Linie durchbricht, dürfte sich in den kommenden Handelstagen entscheiden. Ein überkaufter RSI-Wert signalisiert dabei oft eine Verschnaufpause, bevor der nächste Trend beginnt.