Münchener Rück Aktie: Taifun-Risiko steigt mit 96 Prozent El Niño

Münchener Rück Aktie

Der Münchner Rückversicherer rechnet mit einer ruhigeren Hurrikansaison im Atlantik. Doch die Entwarnung trügt: Im Pazifik steigen die Taifun-Risiken kräftig. Für Anleger ist das kein Grund zur Entspannung – das Geschäftsmodell von Munich Re lebt von großen Risiken, bleibt aber anfällig für teure Einzelfälle.

El Niño verschiebt die Gefahrenzone

Auslöser der neuen Prognose ist El Niño. Das Klimaphänomen verändert Wind- und Temperaturmuster weltweit. Nach Einschätzung der US-Klimabehörde NOAA liegt die Wahrscheinlichkeit für einen El Niño zwischen Mai und Juli bei 82 Prozent. Bis Februar 2027 steigt sie auf 96 Prozent.

Die Folge: weniger Hurrikane im Atlantik, aber mehr Taifune im westlichen Pazifik. Betroffen wären vor allem Japan, der Großraum China und Korea. Für Munich Re sind das Schlüsselregionen – dichte Besiedlung, hohe Sachwerte, riesige Industrieanlagen. Ein einziger starker Taifun kann dort Milliardenschäden auslösen.

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Rückkauf trotz Kursdelle

Parallel zur Prognose läuft das Aktienrückkaufprogramm auf Hochtouren. Bis zu 2,25 Milliarden Euro will der Konzern eigene Aktien kaufen und einziehen. Die erste Tranche von 900 Millionen Euro läuft seit Ende April – rund 25 Prozent sind bereits umgesetzt. Die Durchschnittskurse lagen zwischen 466 und 485 Euro.

Das ist dringend nötig. Denn die Aktie notiert bei 476,70 Euro – knapp 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 605 Euro. Seit Jahresanfang beträgt das Minus gut 13 Prozent. Der RSI liegt bei 78,4, die Aktie ist technisch gesehen überkauft. Doch Munich Re hat Luft: Die Solvenzquote beträgt 292 Prozent, das gesamte Rückkaufprogramm ist bereits eingepreist.

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Wechselkurs frisst Gewinne

Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt der Dollar. Munich Re verdient einen Großteil der Prämien in US-Währung, bilanziert aber in Euro. Der Euro stieg von rund 1,03 auf bis zu 1,20 Dollar. Allein im ersten Quartal kostete das den Konzern 162 Millionen Euro.

Das Jahresziel von 6,3 Milliarden Euro Konzernergebnis steht dennoch. Ob der Markt diese Zuversicht teilt, zeigt sich im Juli. Dann stehen die nächsten Vertragserneuerungen an. Stabile Preise würden den Druck auf die Aktie mindern – eine anhaltende Dollarschwäche dagegen verlängern.

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