Mutares Aktie: 450-Millionen-Deal mit SABIC

Mutares Aktie

Mutares greift tief in die Tasche — und schreibt dabei Unternehmensgeschichte. Der Münchner Beteiligungskonzern übernimmt das Engineering-Thermoplastics-Geschäft (ETP) von SABIC für einen Enterprise Value von 450 Millionen US-Dollar. Es ist die größte Akquisition in der Geschichte des Konzerns.

Ein neues Segment entsteht

Das ETP-Geschäft ist kein kleines Zukaufobjekt. Mit rund 2,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz, etwa 2.900 Mitarbeitenden und acht Produktionsanlagen in Amerika und Europa bringt es erhebliches Gewicht mit. SABIC-ETP ist weltweit der zweitgrößte Polycarbonathersteller, führender ABS-Produzent in den USA und der einzige PBT-Hersteller im Land.

Mutares gründet auf dieser Basis ein neues Segment namens „Chemicals & Materials“. Als zweite Plattform soll Venator Ultramarine Blue Pigments hinzukommen, um den Fußabdruck in Spezialchemie und Advanced Materials zu verbreitern. Der Umsatz des ETP-Geschäfts verteilt sich auf rund 66 Prozent in Amerika und 34 Prozent in Europa — mit Automobilindustrie, Bau und Konsumgütern als wichtigsten Abnehmerbranchen. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Hälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Freigaben.

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Operatives Geschäft zieht an

Das erste Quartal 2026 liefert unterdessen ein deutliches Aufwärtssignal. Die Konzernumsatzerlöse stiegen um zehn Prozent auf knapp 1,68 Milliarden Euro. Das Adjusted EBITDA drehte auf plus 11,1 Millionen Euro — nach minus 30,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand Umsatzerlöse zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro, nach 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das Wachstum speist sich nicht nur aus dem SABIC-Deal: Im April schloss Mutares eine Kapitalerhöhung über 105 Millionen Euro ab, um die US-Expansion zu beschleunigen. Ein zweiter Standort in den USA ist geplant, die dortige Akquisitionspipeline umfasst Ziele mit einem Umsatzvolumen von rund 4,8 Milliarden Euro.

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Exit-Pipeline auf Rekordniveau

Parallel baut Mutares Druck auf der Verkaufsseite auf. Das Unternehmen bezeichnet die aktuelle Exit-Pipeline als die größte seiner Geschichte — mit mehreren laufenden Prozessen in Defense, Energie und Energieinfrastruktur.

Konkret: Efacec profitiert von steigender Nachfrage nach resilienten Stromnetzen und gilt intern als Kandidat für einen der größten Exits der Unternehmensgeschichte. NEM Energy verzeichnete allein in den ersten Monaten 2026 einen Auftragseingang von über 500 Millionen Euro. Magirus baut mit einer neuen Division Defense & Security ein weiteres Standbein auf und hält einen Auftragsbestand von knapp einer Milliarde Euro.

Auf der Hauptversammlung am 3. Juli schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Basisdividende von 2,00 Euro je Aktie vor. Sollten wesentliche Exits gelingen, will Mutares Aktionäre zusätzlich mit einer Performance-Dividende am Erlös beteiligen — womit der Dividendenausblick direkt an den Erfolg der laufenden Verkaufsprozesse geknüpft ist.

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