Mutares hat die nächste Übernahme unter Dach und Fach. Der Finanzinvestor schließt den Kauf der Synthomer a.s. von der britischen Synthomer plc ab und baut damit sein Segment Chemicals & Materials aus. Am Markt sorgt das bislang kaum für Impulse.

Was Mutares übernimmt

Synthomer a.s. produziert und vertreibt Acrylsäuren und Acrylester für industrielle Anwendungen. Das Unternehmen positioniert sich als führender europäischer Anbieter hochwertiger Acrylatlösungen. Die Transaktion lief als Carve-out: Mutares löst das Geschäft aus dem Konzern des Verkäufers heraus.

Im Geschäftsjahr 2025 kam die Gesellschaft auf rund 110 Millionen Euro Umsatz bei etwa 300 Beschäftigten. Die Zahl basiert auf Carve-out-Umsätzen, also den Gesamterlösen des Geschäftsbereichs inklusive konzerninterner Umsätze, wie sie bei eigenständiger Bilanzierung auszuweisen wären.

Mutares verweist auf ein integriertes Produktportfolio und eine flexible Produktionsstruktur. Sie erlaube es, Produktmix und Margen dynamisch zu steuern. Zudem sieht das Unternehmen erhebliches operatives und kommerzielles Optimierungspotenzial sowie einen Weg zu profitablem Wachstum.

Plattform für das Chemiesegment

Mutares stuft den Zukauf als Plattforminvestition ein. Das bedeutet: Um die Gesellschaft herum könnten weitere Zukäufe entstehen, wie es der Finanzinvestor auch in anderen Segmenten praktiziert. Die Transaktion passt zum bekannten Muster der Holding, Unternehmen aus Sondersituationen zu erwerben, sie operativ zu verbessern und nach der Neupositionierung wieder zu verkaufen.

Skepsis bei der Aktie

Die Aktie zeigt sich davon bislang unbeeindruckt. Marktbeobachter sehen seit Tagen einen kurzfristigen Abwärtstrend. Auch der Zukauf von Steinmüller, der zuletzt im Fokus stand, weckte an der Börse offenbar wenig Interesse.

Hinter der Zurückhaltung könnte die weiterhin ausgeprägte Automotive-Lastigkeit des Portfolios stehen. Investoren scheinen diese stärker zu gewichten als neue Plattformen in anderen Branchen. Ein zweiter Exit nach dem Muster von NEM Energy würde die Erwartungen an den Steinmüller-Kauf bestätigen, den CIO Johannes Laumann als Basis dafür sieht. Der Nachweis steht allerdings noch aus.

Mit Synthomer a.s. wächst das Chemiesegment nun um ein weiteres Standbein. Ob daraus eine tragfähige Plattform wird, entscheidet sich an der operativen Verbesserung der Margen in den kommenden Quartalen.