Mutares hat den Erwerb des US-Terpen-Geschäfts AmeriTerpenes LLC von Symrise abgeschlossen. Der Carve-out fließt in das neue Segment Chemicals & Materials und markiert den nächsten Schritt einer Übernahmeserie, mit der die Beteiligungsgesellschaft ihr Chemieportfolio ausbaut.

Neues Segment nimmt Form an

Mit AmeriTerpenes erhält Mutares Zugang zu einem spezialisierten US-Geschäft rund um Terpene, Ausgangsstoffe für Aromen, Duftstoffe und industrielle Chemikalien. Die Transaktion reiht sich ein in eine Serie größerer Zukäufe, mit denen Mutares in den vergangenen Wochen sein operatives Portfolio deutlich erweitert hat.

Erst Anfang August hatte das Unternehmen den Engineering-Thermoplastics-Bereich von SABIC übernommen und daraus die neue Gesellschaft NexPoint Materials geformt – nach eigenen Angaben die größte Übernahme der Firmengeschichte. Wenige Tage später kam mit dem Car-Top-Systems-Geschäft von Magna ein weiterer Zukauf im Automotive-Bereich hinzu, der die bestehende HILO Group ergänzt.

Diese Verdichtung des Portfolios zeigt sich auch in den Halbjahreszahlen: Der Konzernumsatz stieg um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, das adjustierte EBITDA drehte von minus 89 Millionen auf plus 67 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr bestätigte Mutares seine Guidance mit einem erwarteten Holding-Nettoergebnis zwischen 108 und 132 Millionen Euro sowie einem Konzernumsatz von 7,9 bis 9,1 Milliarden Euro.

Exit-Pipeline liefert Gegengewicht

Parallel zu den Zukäufen treibt Mutares im laufenden Geschäftsjahr auch die Verkaufsseite voran. Im ersten Halbjahr trennte sich das Unternehmen bereits von Kalzip, der inTime Group und Peugeot Motocycles. Die bislang größte Exit-Transaktion ist der vereinbarte Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems, dessen Vollzug für das dritte Quartal erwartet wird.

Zudem hat Mutares eine Vereinbarung mit Stellantis über die Übernahme von dessen Carsharing-Geschäft Free2move getroffen, das in 14 europäischen und US-amerikanischen Städten aktiv ist – der Vollzug wird bis Jahresende erwartet, das Fusionskontrollverfahren dazu läuft seit gut drei Wochen.

Am Kapitalmarkt kommt die Übernahmewelle bislang verhalten an. Die Aktie schloss am Dienstag bei 25,40 Euro und notiert damit 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,15 Euro, das im Januar erreicht wurde.

Auf Wochensicht gab das Papier 2,1 Prozent nach – ein Zeichen dafür, dass die operative Wende bei den Anlegern noch nicht als klares Kaufsignal ankommt, obwohl das Unternehmen mit AmeriTerpenes, NexPoint Materials und den laufenden Exits gleich mehrere strategische Baustellen gleichzeitig bearbeitet.

Mutares hatte im Juli auf der Hauptversammlung eine Mindestdividende von 2,00 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen. Ob die Kombination aus Zukäufen, Portfoliobereinigung und bestätigter Guidance ausreicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, dürfte sich an den kommenden Vollzugsmeldungen zu NEM Energy und Free2move zeigen.