Mutares prüft den nächsten Exit. Die Tochter Nord Gas Solutions (NGS) liefert Technik für Flüssiggas-Infrastruktur und könnte in den kommenden Monaten an die Börse in den Nordics gehen. Eine endgültige Entscheidung ist laut Unternehmen noch nicht gefallen.

Rekord-Auftragsbestand treibt die Story

NGS ist aus dem Geschäftsbereich Wärtsilä Gas Solutions hervorgegangen und sitzt im norwegischen Asker. Das Unternehmen baut Systeme für Gashandling, Kraftstoffversorgung, Regasifizierung und Verflüssigung. Seit der Übernahme durch Mutares wächst der fest beauftragte Auftragsbestand auf einen Rekordwert von 880 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Projektpipeline von 1,8 Milliarden Euro.

Die Zahlen sprechen für sich. In den ersten neun Monaten 2026 steigerte NGS den Umsatz auf rund 459 Millionen Euro, nach 283 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA stieg von 20 auf 43 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Umsatz von über 575 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von rund 50 Millionen Euro. Die Bilanz ist solide: Finanzverbindlichkeiten gibt es nicht, die liquiden Mittel liegen bei 194 Millionen Euro.

Was die Nachfrage antreibt

Das Management nennt drei Treiber. Der weltweite Energiebedarf steigt, unter anderem durch KI- und Rechenzentrumskapazitäten. Geopolitische Spannungen rücken die Versorgungssicherheit in den Vordergrund, was schwimmende LNG-Infrastruktur begehrt macht. Dazu kommt der anhaltende Trend zu emissionsärmeren Gaslösungen.

Konkret zeigt sich das in den Aufträgen. BW LPG bestellte im August Systeme für acht neue Flüssiggastanker, die bei HD Hyundai gebaut werden. Im Midstream-Bereich liefert NGS unter anderem das Regasifizierungsmodul für den Umbau eines LNG-Tankers zur schwimmenden Regasifizierungseinheit für Excelerate Energy. Auch das Servicegeschäft soll wachsen, die installierte Basis umfasst mehr als 1.600 Systeme.

Ausblick und Exit-Szenario

Für 2027 peilt NGS zweistelliges Umsatzwachstum und eine zweistellige bereinigte EBITDA-Marge an. Rund 92 Prozent des geplanten Umsatzes sind bereits durch Aufträge gedeckt. Mittelfristig stehen über 800 Millionen Euro Umsatz und über 100 Millionen Euro bereinigtes EBITDA im Plan.

Mutares will im Fall eines Börsengangs vorbehaltlich üblicher Lock-up-Vereinbarungen bedeutender Aktionär bleiben. Das passt zum Modell der Beteiligungsholding: Unternehmen in Umbruchsituationen kaufen, stabilisieren, teilweise oder ganz veräußern. Ob und wann eine Transaktion kommt, ist offen. Konkret genannt wird bislang nur der Zeitrahmen der kommenden Monate.