Mutares trennt sich von einem weiteren Retail-Investment. Die Beteiligungsgesellschaft hat ihr niederländisches Portfoliounternehmen Prénatal an den amtierenden CEO Jochem van Bueren verkauft. Signing und Closing fielen zusammen, die Transaktion ist nach Unternehmensangaben vollständig finanziert.

Prénatal Niederlande blickt auf eine mehr als 65-jährige Geschichte im Markt für Mutter-und-Kind-Produkte zurück. Das Unternehmen betreibt 34 Filialen sowie eine wachsende E-Commerce-Plattform und setzte zuletzt rund 80 Millionen Euro um. Van Bueren übernahm die Geschäftsführung im Januar 2026 und trieb seitdem die kommerzielle Neuausrichtung sowie die Kostenoptimierung voran — Mutares wertet diese Phase als abgeschlossene Transformation.

Management-Buyout statt Drittverkauf

Der Verkauf an das eigene Management unterscheidet sich vom klassischen Exit an einen strategischen Käufer oder Finanzinvestor. Für Mutares zählt vor allem das Ergebnis: Ein weiteres Retail-Engagement verlässt das Portfolio, während van Bueren mit einem externen Finanzierungspartner die eigenständige Fortführung stemmt.

Die Transaktion reiht sich in eine klare strategische Linie ein. Mutares reduziert das Engagement in den Segmenten Retail und Automotive systematisch und verschiebt den Portfoliofokus auf Chemicals, Energy, Infrastructure, Logistics und Services. Diese Neuausrichtung zieht sich bereits seit Monaten durch die Unternehmenskommunikation und zeigt sich auch in anderen jüngeren Verkäufen aus dem Automotive-Bereich.

Für Mutares als börsennotierte Private-Equity-Holding ist der Prénatal-Exit ein weiterer Baustein im laufenden Portfolio-Umbau. Das Geschäftsmodell basiert darauf, Unternehmen in Umbruchsituationen zu übernehmen, sie zu stabilisieren und anschließend wieder zu veräußern — nach welchem Zeitplan der nächste Retail- oder Automotive-Verkauf folgt, bleibt offen.