Mutares Aktie: Relobus an Infracapital verkauft

Mutares veräußert den polnischen Busbetreiber Relobus an einen Infrastrukturfonds und untermauert damit sein Geschäftsmodell. Die operative Erholung zeigt sich in den Quartalszahlen.

Mutares Aktie
Kurz & knapp:
  • Exit des Busbetreibers Relobus
  • Operative Wende im ersten Quartal
  • Umsatzplus von zehn Prozent
  • Ambitionierte Prognose für 2026

Mutares kann wieder einen Exit vorzeigen. Der Verkauf des polnischen Busbetreibers Relobus an einen von Infracapital verwalteten Fonds trifft den Kern des Geschäftsmodells: kaufen, umbauen, weiterverkaufen. Für die Aktie kommt die Nachricht zur richtigen Zeit, denn die operative Erholung ist sichtbar, der Kurs aber noch nicht überzeugt.

Die Aktie schloss am Dienstag bei 26,50 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,53 Prozent, seit Jahresanfang liegt das Papier aber noch 11,37 Prozent im Minus.

Relobus zeigt den Mutares-Ansatz

Mutares hatte Relobus im Jahr 2023 übernommen und seitdem operativ neu ausgerichtet. Im Mittelpunkt standen besseres Ausschreibungsmanagement, strengere Kostenkontrolle und stabilere Organisationsstrukturen. Genau diese Stellschrauben sind typisch für das Beteiligungsmodell der Münchner.

Der Fortschritt zeigte sich vor allem im Auftragsbuch. In Warschau sicherte Relobus zwei neue 10-Jahres-Verträge für 108 Busse, hinzu kam ein Vertrag in Danzig. Damit wurde aus einem Sanierungsfall eine Plattform, die für Infrastrukturinvestoren attraktiver wirkt.

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Der Käufer passt in dieses Bild. Infracapital gehört zum Infrastruktur-Equity-Bereich von M&G und investiert in Anlagen mit langfristigen Cashflows. Für Mutares ist der Verkauf damit mehr als ein einzelner Exit: Er belegt, dass sich auch im aktuellen Marktumfeld Käufer für sauber entwickelte Portfoliounternehmen finden.

Zahlen drehen operativ ins Plus

Zum Jahresauftakt stieg der Konzernumsatz um 10 Prozent auf 1.678,7 Millionen Euro. Das Wachstum zeigt, dass die Portfolioerweiterung weiterhin trägt, auch wenn der eigentliche Ergebnistreiber bei Mutares oft erst mit Exits sichtbar wird.

Das bereinigte EBITDA drehte von minus 30,1 Millionen Euro auf plus 11,1 Millionen Euro. Das konsolidierte EBITDA lag bei 162,4 Millionen Euro und wurde wie üblich auch durch transaktionsbezogene Effekte geprägt. Dazu zählen sogenannte Bargain Purchases, also Übernahmen unterhalb des bilanziellen Werts.

Auf Holding-Ebene fiel das Nettoergebnis mit minus 0,9 Millionen Euro schwächer aus als im Vorjahr mit 29,5 Millionen Euro. Belastet hat unter anderem eine Zustimmungsgebühr von rund 6 Millionen Euro. Größere Exit-Beiträge fehlten in dieser Periode noch.

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Prognose bleibt ambitioniert

Operativ liefern die Segmente ein gemischtes, aber verbessertes Bild. Vier der fünf Konzernbereiche erzielten ein positives bereinigtes EBITDA. Schwachpunkt bleibt das Segment Goods & Services, in dem das Einzelhandelsgeschäft weiter belastet.

Die Buy-and-Build-Strategie läuft weiter. Eine im April abgeschlossene Kapitalerhöhung stärkt die Mittel für neue Zukäufe, während die geplante Übernahme des ETP-Geschäfts von SABIC zum Ende des zweiten Quartals erwartet wird.

Für 2026 hält Mutares an der Umsatzspanne von 7,9 bis 9,1 Milliarden Euro fest. Das Nettoergebnis der Holding soll zwischen 165 und 200 Millionen Euro liegen. Langfristig zielt der Vorstand auf jährliches Wachstum von mindestens einem Viertel; bis zum Ende des Jahrzehnts sollen rund 10 Milliarden Euro Umsatz und 200 Millionen Euro Nettoergebnis erreicht werden.

Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr ist mit 2,00 Euro je Aktie angekündigt; Auszahlung und Ex-Tag sind für Juli vorgesehen. Das mittlere Analystenkursziel liegt bei etwa 47,50 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Der nächste konkrete Prüfpunkt ist der geplante SABIC-Deal. Gelingt der Abschluss zum Ende des zweiten Quartals, hätte Mutares nach dem Relobus-Exit nicht nur einen Verkaufserfolg vorzuweisen, sondern auch frische operative Masse für die nächste Wertsteigerungsrunde.

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