Anleger an der Tech-Börse ziehen die Reißleine. Massive Investitionen in künstliche Intelligenz und eine gefährliche Eskalation im Nahen Osten drücken den Index ins Minus. Die Stimmung ist angespannt.

Alphabet und Tesla verschrecken die Märkte mit ihren neuesten Plänen. Besonders die hohen Kosten für den Ausbau der KI-Infrastruktur stehen in der Kritik. Alphabet hob die Investitionsprognose für 2026 auf bis zu 205 Milliarden Dollar an. Marktteilnehmer fürchten nun, dass dieser Rüstungswettlauf den freien Cashflow auffrisst. Ein klarer Ertrag durch diese Milliarden-Wetten fehlt bisher.

Indes sorgt die Geopolitik für weiteren Verkaufsdruck. Der Preis für Brent-Öl sprang auf über 98 Dollar pro Barrel. Ein Angriff auf einen Tanker vor der Küste Saudi-Arabiens löste diesen Preissprung aus. Parallel dazu kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,665 Prozent. Steigende Zinsen belasten die Bewertungen von Wachstumsunternehmen traditionell schwer.

Innerhalb des Sektors zeigt sich ein gespaltenes Bild. ServiceNow kletterte um 8,1 Prozent, nachdem der Konzern seine Umsatzprognose für Abonnements angehoben hatte. Texas Instruments verlor hingegen 5,2 Prozent an Wert. Der Chiphersteller leidet unter der anhaltenden Unsicherheit in der Halbleiterbranche.

Charttechnisch kämpft der NASDAQ 100 aktuell mit seiner Dynamik. Mit 28.950 Punkten notiert der Index unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 29.558 Zählern. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 47,3. Dies deutet auf eine neutrale bis leicht bärische Grundstimmung hin.

Anleger warten nun auf die neuen US-Arbeitsmarktdaten. Diese könnten die Entscheidung der US-Notenbank Fed bei der Sitzung am 29. Juli maßgeblich beeinflussen. Am Freitag folgen zudem die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes aus den USA und der Eurozone.