Navitas Semiconductor: Nvidia-Pakt trotz 7-Prozent-Minus

Navitas Semiconductor kündigt Partnerschaft mit Nvidia und neues Chip-Gehäuse an. Die Aktie fällt trotz vielversprechender Technologie für KI-Rechenzentren.

Navitas Semiconductor Corporation Aktie
Kurz & knapp:
  • Kooperation mit Nvidia für KI-Stromversorgung
  • Neues Hochspannungs-Chip-Gehäuse vorgestellt
  • Aktie verliert trotz positiver Nachrichten
  • Kapitalerhöhung durch Aktienausgabe

Das Geschäft läuft, der Kurs fällt – bei Navitas Semiconductor klaffen Anspruch und Wirklichkeit derzeit auseinander. Der GaN- und SiC-Spezialist hat am Dienstag gleich mehrere wichtige Entwicklungen gemeldet. Darunter: ein neues Chip-Gehäuse für Hochspannungsanwendungen und einen Pakt mit Nvidia.

Doch die Anleger reagieren verhalten. Die Aktie fällt um gut sieben Prozent auf 19,50 Euro. Damit liegt das Papier rund 33 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 29,20 Euro – und das ausgerechnet einen Tag nach PCIM Europe, der wichtigsten Messe der Branche.

Paket für die Hochspannungswelt

Das neue UHV-TO-247-4-ISO-Gehäuse klingt technisch beeindruckend. Es bietet eine Isolation von über 6000 Volt und mehr als 12 Millimeter Kriechstrecke zwischen den Pins. Das Design richtet sich an Siliziumkarbid-MOSFETs von 1200 bis 3300 Volt. Sprich: Der Chip liefert Modul-Leistung in einem kleinen Format.

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Die Zielmärkte sind vielversprechend. Stromnetz-Kopplung, Festkörpertransformatoren, Batteriespeicher und erneuerbare Energien. Navitas stellt das Produkt auf der PCIM Europe in Nürnberg vor – einer Messe, die für die Leistungselektronik-Branche der wichtigste Termin des Jahres ist.

Nvidia-Pakt und KI-Infrastruktur

Parallel dazu hat Navitas eine Zusammenarbeit mit Nvidia verkündet. Konkret geht es um das MGX-Ökosystem, das 800-Volt-Gleichstrom-Infrastruktur für KI-Rechenzentren beschleunigen soll. Auf der Computex in Taipeh zeigte das Unternehmen ein 800-Volt-auf-6-Volt-Netzteilbrett.

Das Ziel: Megawatt-Server-Racks mit Strom versorgen. Der Bedarf ist enorm – KI-GPUs brauchen immer mehr Energie, und klassische Netzteile stoßen an ihre Grenzen. Navitas setzt hier auf GaN und SiC, zwei Halbleitermaterialien, die effizienter arbeiten als herkömmliches Silizium.

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Kapitalerhöhung und Verlust

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Navitas hat am 4. Juni über 3,2 Millionen neue Aktien ausgegeben. Sie stammen aus einer Übernahmevereinbarung. Insgesamt sind nun 6,56 Millionen Aktien aus diesem Deal am Markt. Weitere bis zu zehn Millionen könnten folgen – wenn die Aktie bestimmte Kursziele vor dem 19. Oktober erreicht.

Die erste Bilanz des laufenden Jahres zeigte ein gemischtes Bild. Der Umsatz lag bei 8,6 Millionen Dollar, über den Erwartungen. Trotzdem schrieb Navitas operativ Verlust. Positiv: Das Unternehmen sitzt auf 221 Millionen Dollar Bares und hat keine Schulden. Für das zweite Quartal stellt das Management rund zehn Millionen Dollar Umsatz in Aussicht.

Das dürfte spannend werden. Der Markt für KI-Stromversorgung wächst rasant. Ob Navitas von den Mega-Trends profitieren kann, hängt von der Produktion ab. Der Aktienkurs notiert immerhin 30 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt – trotz des heutigen Rücksetzers. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Messe-Auftritte von PCIM und Computex neue Aufträge bringen.

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Über Dieter Jaworski 4813 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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