Der Stromhunger der Künstlichen Intelligenz zwingt Rechenzentrumsbetreiber zu radikalen Maßnahmen. Nebius umgeht nun die trägen Stromnetze komplett und baut seine eigene Energieversorgung auf. Ein neuer Milliarden-Deal mit Bloom Energy liefert die nötige Infrastruktur – und treibt den Aktienkurs auf ein historisches Hoch.
Die Vereinbarung hat es in sich. Bloom Energy liefert Festoxid-Brennstoffzellen, die Nebius eine garantierte Leistung von 250 Megawatt sichern. In der ersten Projektphase kann diese Kapazität sogar auf 328 Megawatt steigen. Die Technologie ersetzt klassische Gasturbinen und lässt sich deutlich schneller installieren als herkömmliche Netzanschlüsse.
Für diese Unabhängigkeit greift das Unternehmen tief in die Tasche. Bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar fließen über einen Zeitraum von zehn Jahren an Servicegebühren. Die ersten Anlagen sollen noch im laufenden Jahr ans Netz gehen. Damit umgeht Nebius regulatorische Hürden und jahrelange Wartezeiten bei den Versorgern.
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Umsatzexplosion und Allzeithoch
Die Börse feiert den Vorstoß. Nach Bekanntgabe der Partnerschaft sprang der Kurs um rund 15 Prozent nach oben und markierte bei 233,73 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Diese Rallye krönt eine monatelange Aufwärtsbewegung, die bereits im Februar ihren Anfang nahm.
Operativ untermauert Nebius diese Bewertung mit massiven Wachstumsraten. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 explodierte der Umsatz auf 399 Millionen US-Dollar. Fast die gesamten Erlöse stammen aus dem rasant wachsenden KI-Segment. Das operative Ergebnis landete bei knapp 130 Millionen US-Dollar. Ein milliardenschweres Cash-Polster sichert die aggressive Expansion ab.
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Schuldenberg birgt Risiken
Hinter der glänzenden Fassade verbergen sich handfeste Risiken. Der Schuldenberg des Unternehmens ist mittlerweile auf über 9,5 Milliarden US-Dollar angewachsen. Parallel dazu belasten massiv gestiegene Abschreibungen die Bilanz. Obendrein verweisen Marktbeobachter auf eine mögliche Verwässerung der Aktien durch laufende Kapitalmaßnahmen.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch und rufen Kursziele von bis zu 287 US-Dollar aus. Sie loben die hohe Kapitalrendite und die Notwendigkeit der Infrastruktur-Investitionen für die langfristige KI-Führerschaft. Charttechniker mahnen jedoch zur Vorsicht. Im Bereich des jüngsten Rekordhochs droht eine Doppeltopp-Formation. Die Leerverkaufsquote von rund 20 Prozent unterstreicht die Skepsis einiger Akteure gegenüber den massiven Kapitalausgaben, die noch bis mindestens 2027 auf hohem Niveau bleiben werden.
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