Nebius Group hat in den USA eine zentrale Hürde genommen. Der massive Ausbau der KI-Infrastruktur im Bundesstaat New Jersey darf starten. Diese Entscheidung sorgt für Erleichterung bei Investoren und sichert ein wichtiges Großprojekt ab.

Der Planungsausschuss in Vineland stimmte am späten Dienstag für den Standortplan des Unternehmens. Nebius baut dort seine „KI-Fabrik“ erheblich aus. Die Genehmigung umfasst rund 55.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche für neue Rechenzentren. Experten sehen darin einen entscheidenden Schritt, um die Risiken für einen milliardenschweren Microsoft-Deal zu senken.

Grünes Licht für 300 Megawatt

Der Campus soll nach seiner Fertigstellung eine Gesamtkapazität von 300 Megawatt erreichen. Um die lokalen Stromnetze zu entlasten, setzt Nebius auf eine eigene Energieversorgung. Brennstoffzellen und ein großer Flüssiggastank sichern den Betrieb der Anlage ab. Die Abstimmung im Ausschuss fiel mit acht zu eins Stimmen deutlich aus.

Parallel dazu schraubt das Management die eigenen Wachstumsziele nach oben. Das Ziel für die vertraglich gesicherte Leistung stieg auf 5 Gigawatt bis Ende 2026. Zuvor lag die Prognose noch bei 4 Gigawatt. Das Unternehmen hat die neue Zielmarke nach eigenen Angaben bereits jetzt durch Vorverträge erreicht.

Expansionskurs erfordert frisches Kapital

Zur Finanzierung dieser Strategie platzierte Nebius am Donnerstag eine Wandelanleihe über 5 Milliarden Dollar. Das Kapital fließt direkt in den Bau neuer Standorte und den Kauf leistungsstarker Grafikprozessoren. Die operativen Zahlen stützen diesen Kurs. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal massiv auf 582 Millionen Dollar.

Die Aktie notiert aktuell bei 194,84 Euro. Trotz kurzfristiger Schwankungen nach der Ankündigung der neuen Anleihe bleibt der Trend positiv. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Kurs ein Plus von 165 Prozent.

Ab 2027 will Nebius jährlich mehr als ein Gigawatt an neuer KI-Kapazität ans Netz bringen. Der Fokus liegt nun auf der technischen Umsetzung der Pipeline in Nordamerika. Gelingt der planmäßige Ausbau in New Jersey, festigt der Konzern seine Position als Partner für globale Tech-Giganten.