Nebius reitet weiter auf der KI-Welle. Die Aktie legte am Donnerstag deutlich zu, nachdem institutionelle Meldungen für hohes Handelsvolumen sorgten. Der Kursanstieg wirkt nicht wie ein isolierter Sprung. Er verlängert eine Rallye, die längst extreme Züge trägt.
Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von mehr als 440 Prozent. Der Börsenwert liegt inzwischen bei rund 52,9 Milliarden Dollar. Genau hier beginnt der Konflikt: Das operative Wachstum ist enorm, die Bewertung aber auch.
Umsatzsprung durch KI-Infrastruktur
Nebius profitiert stark von seiner Rolle als Anbieter von GPU-as-a-Service. Das Unternehmen verkauft also Rechenleistung für KI-Anwendungen, statt nur klassische Cloud-Dienste bereitzustellen. Dieser Markt bleibt heiß, weil große Tech-Konzerne weiter Rechenkapazität sichern.
Im ersten Quartal erzielte Nebius einen Umsatz von 399 Millionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg um 684 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA erreichte 129,5 Millionen Dollar.
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Der wichtigste Wachstumstreiber liegt bereits auf dem Tisch. Im März schloss Nebius eine Vereinbarung mit Meta über 27 Milliarden Dollar. Ab 2027 soll daraus mindestens 12 Milliarden Dollar Umsatz entstehen, während Nvidia zuvor 2 Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur steckte.
Damit bekommt die Rallye eine klare fundamentale Story. Nebius wächst nicht nur mit der KI-Fantasie, sondern mit konkreten Verträgen. Kein Wunder, dass der Markt dafür hohe Prämien zahlt.
Analysten liegen weit auseinander
Die Bewertung bleibt der wunde Punkt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 68,45. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 149 Prozent gewonnen.
Die Analysten sehen deshalb sehr unterschiedliche Szenarien:
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- Citigroup bleibt optimistisch mit einem Kursziel von 287 Dollar.
- D.A. Davidson setzt das Ziel bei 250 Dollar.
- Goldman Sachs bleibt bei „Buy“ und nennt 234 Dollar.
- Morgan Stanley bleibt vorsichtig mit „Hold“ und 144 Dollar.
Die Spanne zeigt, wie schwer Nebius aktuell zu greifen ist. Wer den Meta-Deal und das Umsatztempo in den Vordergrund stellt, sieht weiter Luft nach oben. Wer auf Bewertung und Ausführungsrisiken schaut, erkennt bereits viel Zukunft im Kurs.
Shortseller und Insider bremsen die Euphorie
Auch die Marktstruktur wirkt angespannt. Die Shortquote liegt bei 20 Prozent. Damit setzen viele Marktteilnehmer auf eine Korrektur oder sichern sich gegen Rückschläge ab.
Hinzu kommt Aktivität im eigenen Haus. Insider verkauften in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 123,8 Millionen Dollar. Käufe durch Insider gab es in diesem Zeitraum nicht.
Operativ drücken auch hohe Kosten auf das Bild. Abschreibungen und Amortisationen lagen bei 580 Millionen Dollar. Das entsprach rund 66 Prozent des jüngsten Umsatzes.
Nebius liefert damit beides: außergewöhnliches Wachstum und sichtbare Reibungspunkte. Solange die KI-Nachfrage anhält und der Meta-Vertrag planmäßig anläuft, bleibt die Wachstumsstory intakt. Die hohe Shortquote und die Insiderverkäufe machen die Aktie aber anfällig für schnelle Rückschläge, falls das Tempo nachlässt.
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