Nebius erlebt derzeit rasante Tage an der Börse. Der KI-Cloud-Anbieter hat eine millionenschwere Übernahme erfolgreich abgeschlossen. Parallel dazu steht der prestigeträchtige Aufstieg in den Nasdaq-100 an. Das treibt den Kurs in historische Höhen.
Volles Arsenal für die KI-Cloud
Für rund 643 Millionen US-Dollar kaufte Nebius den Spezialisten Eigen AI. Die Transaktion floss in bar und in eigenen Aktien. Nebius integriert die neue Technik direkt in seine Plattform für KI-Modelle. Kunden können Open-Source-Modelle wie Llama oder DeepSeek nun schneller und günstiger nutzen.
Nebius expandiert mit diesem Schritt auch physisch in die USA. Die Gründer von Eigen AI bauen ein neues Forschungszentrum in der San Francisco Bay Area auf.
Index-Aufstieg befeuert den Kurs
Am kommenden Montag rückt Nebius offiziell in den Nasdaq-100 auf. Passive Indexfonds müssen die Aktie dann zwingend in ihre Portfolios aufnehmen. Dieser mechanische Kaufdruck befeuerte die jüngste Rally massiv.
Seit Jahresanfang schoss das Papier um beeindruckende 220 Prozent nach oben. Am Freitag ging die Aktie bei 245,20 Euro aus dem Handel. Das Rekordhoch vom Donnerstag bei knapp 261 Euro bleibt in greifbarer Nähe.
Der Abstand zur 50-Tage-Linie beträgt aktuell sportliche 41 Prozent. Das lockt erste Gewinnmitnahmen an.
Management macht Kasse
Die hohen Kurse nutzen Firmenlenker für Aktienverkäufe. Nebius-Verwaltungsratschef John Boynton stieß kürzlich Papiere für knapp 1,5 Millionen US-Dollar ab. Er behält allerdings weiterhin fast 380.000 Aktien im Bestand.
Auf Jahressicht verkauften Insider netto Anteile im Wert von über 11 Millionen US-Dollar. Kein Wunder. Solche Gewinnmitnahmen sind nach extremen Kursanstiegen üblich. Privatanleger beobachten diese Entwicklung dennoch genau.
Milliarden-Deals stützen das Wachstum
Das fundamentale Geschäft untermauert die Börseneuphorie. Im ersten Quartal explodierte der Umsatz um 684 Prozent auf 399 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr peilt das Management Einnahmen von bis zu 3,4 Milliarden US-Dollar an.
Um das rasante Wachstum zu bewältigen, investiert Nebius massiv. Die Ausgaben für Infrastruktur steigen dieses Jahr auf bis zu 25 Milliarden US-Dollar. Gigantische Verträge sichern diese Investitionen ab. Microsoft buchte Kapazitäten für 17,4 Milliarden US-Dollar. Meta unterschrieb einen Fünfjahresvertrag über 27 Milliarden US-Dollar.
Margendruck im zweiten Quartal
Nebius baut riesige Rechenzentren und integriert neue Firmen. Das birgt operative Risiken. Das Management rechnet im zweiten Quartal mit sinkenden Margen. Die hohen Vorabinvestitionen belasten zunächst die Profitabilität. Erst im dritten Quartal soll die Marge wieder das alte Niveau erreichen.
Am Montag zeigt sich die wahre Stärke der Aktie. Wenn die Indexfonds ihre Pflichtkäufe für den Nasdaq-100 abgeschlossen haben, fällt ein wichtiger Kurstreiber weg. Rutscht der Kurs dann unter das jüngste Ausbruchsniveau, droht ein rascher Test der 50-Tage-Linie bei rund 173 Euro.
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