Nebius hat die Übernahme von Eigen AI abgeschlossen. Der Deal ist vollzogen, der Preis liegt bei 643 Millionen Dollar — und die Aktie hat sich in diesem Jahr fast verdreifacht.
Inference-Optimierung als Kernstrategie
Die Transaktion schloss am 10. Juni 2026, nachdem alle Regulierungsbehörden grünes Licht gegeben hatten. Nebius reichte am 16. Juni eine Form-6-K-Meldung bei der SEC ein. Bezahlt wurde in einer Kombination aus Barmitteln und Aktien.
Eigen AI — rechtlich als MagicByte, Inc. firmierend — hat sich auf KI-Inferenz und Modelloptimierung spezialisiert. Das Team stammt ursprünglich aus dem MIT HAN Lab. Gründer sind Ryan Hanrui Wang und Wei-Chen Wang.
Nebius will die Technologie direkt in seine „Token Factory“-Plattform integrieren. Das Ziel: Kosten und Latenz beim Betrieb großer Sprachmodelle deutlich senken. Das ist kein Nischenthema. Inferenz soll bis Ende 2026 rund zwei Drittel der gesamten KI-Rechenkapazität beanspruchen.
Zahlen, die den Kurs treiben
Die Übernahme fällt in eine Phase starken Wachstums. Im ersten Quartal 2026 erzielte Nebius einen Umsatz von 399 Millionen Dollar — ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das KI-Cloud-Segment steuerte allein 389,7 Millionen Dollar bei. Der Verlust je Aktie lag bei minus 0,23 Dollar und übertraf damit die Analystenerwartung von minus 0,77 Dollar deutlich.
Die Aktie schloss zuletzt bei 228,40 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus knapp 199 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar 441 Prozent. Das 52-Wochen-Tief lag im Juli 2025 noch bei 38,00 Euro.
Erste Präsenz im Silicon Valley
Die Übernahme bringt Nebius erstmals physisch in die Bay Area. Das ist für ein KI-Infrastrukturunternehmen kein unwichtiges Detail — die Region bleibt das wichtigste Rekrutierungs- und Partnerschaftszentrum der Branche.
Technisch bleibt die Aktie volatil. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei rund 111 Prozent. Das Leerverkaufsinteresse ist leicht gesunken — von 45,1 auf 44,3 Millionen Aktien, was etwa 20,7 Prozent des Streubesitzes entspricht.
Die nächste Bewährungsprobe ist die Integration selbst. Eigen AIs Optimierungsstack muss in den laufenden Betrieb der globalen Rechenzentren eingebettet werden — während die Nachfrage nach GPU-Kapazitäten weiter anzieht.
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