Nebius wächst rasant, aber der Markt schaut plötzlich stärker auf die Konkurrenz. Ein neues Gemeinschaftsunternehmen von Blackstone und Google verändert die Wahrnehmung im Geschäft mit KI-Cloud-Kapazitäten. Das Volumen: 5 Milliarden Dollar. Für einen Spezialanbieter wie Nebius reicht das, um die Bewertungsdebatte neu anzuheizen.
Google und Blackstone erhöhen den Druck
Das Joint Venture soll Cloud-Kapazitäten auf Basis von Googles TPU-Chips aufbauen. Damit tritt zusätzliches Schwergewichtskapital in einen Markt, in dem bisher knappe Rechenleistung hohe Preise möglich machte. Für Nebius liegt das Risiko weniger in fehlender Nachfrage. Kritischer sind mögliche Margenbelastungen und schwächere Preissetzungsmacht, wenn große Plattformen eigene Kapazitäten schneller ausrollen.
Die Aktie reagierte entsprechend nervös. Am Dienstag fiel der Kurs zeitweise um rund 6,6 Prozent auf 186,63 Dollar, andere Marktindikationen zeigten Abschläge von bis zu 9 Prozent. Das ist keine Kleinigkeit, aber nach der starken Rally wirkt die Reaktion vor allem wie eine Neubewertung der Konkurrenzlage.
Auch Analysten trugen zur Zurückhaltung bei. D.A. Davidson senkte die Einstufung am 18. Mai von „Buy“ auf „Neutral“ und verwies auf Bewertungsrisiken nach dem Kursanstieg. Citi bleibt dagegen mit einem Kursziel von 287 Dollar deutlich optimistischer.
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Operativ liefert Nebius stark
Die jüngsten Quartalszahlen sprechen zunächst für die Wachstumsgeschichte. Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 399 Millionen Dollar, ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die KI-Cloud-Sparte kam auf 390 Millionen Dollar und blieb damit der klare Wachstumsmotor.
Wichtig ist: Nebius wächst nicht nur über Volumen. Das bereinigte EBITDA erreichte 129,5 Millionen Dollar, die Marge lag bei 45 Prozent. Im Vorjahr hatte hier noch ein Verlust von 53,7 Millionen Dollar gestanden.
Beim Gewinn je Aktie verzerrten Sondereffekte das Bild. Der ausgewiesene Wert von 2,11 Dollar enthielt einen nicht zahlungswirksamen Bewertungsgewinn von 780,6 Millionen Dollar aus ClickHouse. Bereinigt stand ein Verlust von 0,23 Dollar je Aktie in den Büchern, besser als erwartet.
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Wachstum braucht Milliarden
Der Auftragsbestand verschafft Nebius Sichtbarkeit, bindet aber enorme Mittel. Das Unternehmen beziffert die vertraglich gesicherte Pipeline auf 46 bis 50 Milliarden Dollar. Darin stecken unter anderem ein Großauftrag mit Meta und Infrastrukturvereinbarungen mit Microsoft.
Um diese Nachfrage zu bedienen, baut Nebius seine Infrastruktur aggressiv aus. In Missouri entsteht eine KI-Fabrik mit 1 Gigawatt Leistung, in Pennsylvania ein Standort mit 1,2 Gigawatt. Bis Jahresende peilt der Konzern mehr als 4 Gigawatt vertraglich gebundene Kapazität an.
Der Preis dafür ist hoch. Die Investitionsplanung für das Jahr wurde auf bis zu 25 Milliarden Dollar angehoben, nach zuvor maximal 20 Milliarden Dollar. Nebius verfügte zum Quartalsende über 9,3 Milliarden Dollar an Barmitteln, dem standen 8,4 Milliarden Dollar langfristige Schulden gegenüber.
CEO Arkady Volozh verweist auf den Zinshebel im Modell: Bei einem Federal-Funds-Satz von 3,75 Prozent bleiben Infrastrukturfinanzierungen ein zentraler Kostenfaktor. Für 2026 peilt Nebius zum Jahresende eine Umsatz-Run-Rate von 7 bis 9 Milliarden Dollar an. Der nächste harte Prüfpunkt folgt mit den Zahlen zum zweiten Quartal, die um den 6. August erwartet werden.
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