Meta Platforms ist für die Nebius Group ein entscheidender Partner. Nun bahnt sich ein drastischer Kurswechsel an. Der Großkunde baut offenbar eine eigene Cloud-Infrastruktur auf. Die Nachricht schickt die Papiere des KI-Spezialisten prompt auf Talfahrt.

Direkte Konkurrenz durch „Meta Compute“

Unter dem Namen „Meta Compute“ plant der Tech-Riese ein eigenes Angebot. Meta will überschüssige KI-Rechenleistung an externe Entwickler verkaufen. Damit tritt der Konzern in direkte Konkurrenz zu Nebius. Der Anbieter von reinen GPU-Kapazitäten profitiert bislang enorm von Meta. Beide Seiten verbindet eine KI-Infrastruktur-Partnerschaft im Wert von bis zu 27 Milliarden US-Dollar.

Wenn Meta in den Markt einsteigt, könnte das die Branche tiefgreifend verändern. Marktbeobachter befürchten ein Überangebot an günstiger Hochleistungsrechenkraft. Die Folge: massiver Druck auf die Gewinnmargen von Nebius. Obendrein kontrolliert Meta künftig Angebot und Nachfrage. Das Unternehmen erhält tiefe Einblicke in Kundenprozesse. So kann Meta die Rechenleistung direkt mit eigenen KI-Modellen bündeln und Entwickler an sich binden.

Nervosität trotz starker Zahlen

An der Börse löst die Entwicklung spürbare Verunsicherung aus. Die Nebius-Aktie schloss am Mittwoch bei 201,35 Euro. Auf Wochensicht verlor das Papier knapp elf Prozent. Damit notiert der Kurs spürbar unter dem Rekordhoch von 261,00 Euro aus dem späten Juni.

Operativ läuft es für den Infrastruktur-Anbieter derweil hervorragend. Im ersten Quartal 2026 kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 684 Prozent auf 399 Millionen US-Dollar. Die Nachfrage nach KI-Kapazitäten wächst rasant. Auch die Auftrags-Pipeline erreicht Rekordniveaus. Das trieb die Aktie seit Jahresbeginn immens an.

Der aktuelle Kursrutsch zeigt allerdings die Fallhöhe bei hoch bewerteten KI-Werten. Die annualisierte Volatilität von über 100 Prozent belegt die massive Schwankungsanfälligkeit der Aktie. Sobald Meta die ersten externen Kunden für seine überschüssigen GPU-Cluster vermeldet, droht dem Infrastruktur-Markt ein harter Preiskampf. Nebius muss dann beweisen, dass die prall gefüllte eigene Pipeline diesen drohenden Margendruck ausgleichen kann.