Die KI-Rallye hat einen Riss bekommen. Die Aktie der Nebius Group erlebte diese Woche einen heftigen Abverkauf. Auslöser waren Ängste vor neuer Konkurrenz durch Meta Platforms. Am Freitag versuchte das Papier einen Boden zu finden und schloss bei 194,00 Euro.

Analysten streiten über Meta-Risiko

Das Minus auf Wochensicht beträgt gut acht Prozent. Wall Street reagiert gespalten auf die jüngsten Turbulenzen. Einige Experten sehen Meta weiterhin stark durch fehlende Rechenleistung gebremst. Demnach bleibt der Tech-Gigant auf Partner wie Nebius angewiesen.

Andere Beobachter mahnen zur Vorsicht. Nebius verbrennt viel Kapital für den Ausbau seiner Infrastruktur. Das Modell funktioniert nur bei stabilen Preisen für Rechenleistung. Ein Preiskampf würde die Kasse schnell leeren. Der Konzern ist zunehmend auf frisches Geld von außen angewiesen.

Teure Bewertung verzeiht keine Fehler

Trotz der Unsicherheit bleibt der Konsens überwiegend positiv. Sechs Analysten raten zum Kauf, vier zum Halten. Verkaufsempfehlungen fehlen komplett. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 237,38 US-Dollar.

Nicht alle Banken halten still. DA Davidson stufte die Aktie diese Woche von Kaufen auf Neutral ab. Goldman Sachs hält indes an seinem positiven Ausblick fest.

Das Risiko liegt in der enormen Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 beträgt ambitionierte 81. Die Aktie handelt mit einem massiven Aufschlag gegenüber anderen Software-Werten. Großaufträge und die Aufnahme in den Nasdaq 100 treiben die Erwartungen. Der Konzern darf ab sofort niemanden mehr enttäuschen.

Extreme Volatilität bleibt

Charttechnisch sucht der Wert nach Halt. Der Kurs notiert nur hauchdünn über dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 190 Euro. Der Abstand zum Rekordhoch aus dem Juni beträgt knapp 26 Prozent.

Die Kursschwankungen sind immens. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 105 Prozent. Kein Wunder. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier noch immer ein Plus von rund 154 Prozent.

Die Debatte um das Geschäftsmodell prägt die kommenden Handelswochen. Hält die Unterstützung an der 50-Tage-Linie, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Fällt der Kurs darunter, rückt schnell der 200-Tage-Durchschnitt bei 115,82 Euro in den Fokus.