Der Stadtrat von Independence hat grünes Licht gegeben: Nebius darf in Missouri ein gigantisches KI-Rechenzentrum mit 1,2 Gigawatt Kapazität errichten. Die Aktie schoss daraufhin zweistellig nach oben. Doch kann das Unternehmen seine enormen Expansion auch finanzieren?
Independence genehmigt Mega-Projekt
Am 4. März 2026 stimmte der Stadtrat von Independence, Missouri, für ein industrielles Förderpaket nach Chapter 100 für Nebius‘ geplante KI-Fabrik – intern „Project Independence“ genannt. Die Anlage soll eine Kapazität von 1,2 Gigawatt erreichen.
Das fertige Rechenzentrum wird Nebius‘ größte US-Anlage sein. Auf rund 160 Hektar sollen etwa 1.200 Bauarbeitsplätze entstehen, später kommen 130 permanente High-Tech-Jobs hinzu.
Über 20 Jahre wird Nebius mehr als 650 Millionen Dollar an die Stadt und lokale Schulbezirke zahlen – über ersatzweise Steuerzahlungen (PILOT). Die Anlage nutzt ein geschlossenes Kühlsystem zur Wassereinsparung und setzt auf Lärmschutztechnologie.
Aktie steigt zweistellig
Die Aktie legte nach der Nachricht um bis zu 10,3 Prozent zu. Am Vormittag hielt sich das Plus bei rund 9,9 Prozent nahe 97,75 Dollar.
Bis Handelsschluss am Mittwoch, 4. März 2026, stand ein Kursgewinn von über 12 Prozent zu Buche.
Die Stromversorgung am Missouri-Standort soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten. Der vollständige Ausbau könnte sich bis 2029 hinziehen.
Q4 2025: Explosives Wachstum, Prognosen verfehlt
Nebius meldete für das vierte Quartal 2025 einen bereinigten Nettoverlust von 173 Millionen Dollar – 151 Prozent höher als die 69 Millionen Dollar Verlust im Vorjahr. Der Umsatz schnellte allerdings um 547 Prozent auf 227,7 Millionen Dollar nach oben.
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Damit verfehlte das Unternehmen die erwarteten 247,5 Millionen Dollar um acht Prozent.
Beim bereinigten Ergebnis je Aktie stand ein Minus von 0,68 Dollar zu Buche – Analysten hatten mit -0,54 Dollar gerechnet. Die Abweichung: knapp 27 Prozent.
Das Kerngeschäft mit KI-Cloud-Diensten entwickelte sich stark. Hier stieg der Umsatz um 830 Prozent im Jahresvergleich und um 63 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Hohe Auslastung, vorteilhafte Preisgestaltung und konsequente Umsetzung trieben das Wachstum.
Der annualisierte Run-Rate-Umsatz im Kerngeschäft lag Ende Dezember bei 1,2 Milliarden Dollar – über dem oberen Ende der vorherigen Prognose von 1,1 Milliarden Dollar. Die EBITDA-Marge im Kerngeschäft erreichte 24 Prozent nach 19 Prozent im Vorquartal.
Das bereinigte Konzern-EBITDA drehte im vierten Quartal wie erwartet ins Plus.
Auftragsbuch übertrifft 20 Milliarden Dollar
Nebius hält einen Fünfjahresvertrag mit Meta über drei Milliarden Dollar, unterzeichnet im November 2025. Hinzu kommt ein separater Fünfjahresvertrag mit Microsoft im Wert von über 19 Milliarden Dollar. Zusammen ergibt das einen Auftragsbestand von mehr als 20 Milliarden Dollar.
Die erste Liefertranche für Microsoft wurde im November 2025 termingerecht abgeschlossen. Weitere Lieferungen folgen über 2026 verteilt.
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Der Großteil der Investitionsausgaben wird durch Vorauszahlungen aus den langfristigen Verträgen mit Microsoft und Meta finanziert. Das entschärft die Finanzierungsfrage erheblich.
Ende 2025 standen rund 1,57 Milliarden Dollar an aufgeschobenen Umsätzen in der Bilanz. Die Barreserven beliefen sich auf 3,7 Milliarden Dollar.
Ambitionierte Ziele für 2026
Für 2026 strebt Nebius einen Umsatz von 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar an. Der annualisierte Run-Rate-Umsatz soll auf sieben bis neun Milliarden Dollar steigen, die bereinigte EBITDA-Marge soll 40 Prozent erreichen.
Die Anzahl der Rechenzentrumsstandorte soll von sieben auf 16 wachsen. Die aktive Rechenzentrumskapazität will Nebius bis Jahresende auf 800 Megawatt bis ein Gigawatt ausbauen – ein deutlicher Sprung gegenüber 170 Megawatt Ende 2025.
Zur Expansion gehört auch ein neues 240-Megawatt-Rechenzentrum in Frankreich. Nach Fertigstellung soll es zu den größten Anlagen Europas zählen.
Ausführung bleibt Knackpunkt
Für 2026 plant Nebius Investitionsausgaben zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar. Diese enormen Summen erhöhen das Risiko, falls das Umsatzwachstum nicht Schritt hält – zumal die KI-Nachfrage bei Preisdruck und sich wandelnden regulatorischen Rahmenbedingungen schwanken könnte.
Das Missouri-Projekt erfordert gewaltige Vorabinvestitionen, während Nebius bereits GPU- und Infrastrukturausgaben hochfährt. Nennenswerte Umsatzbeiträge vom Campus sind frühestens 2027 zu erwarten.
Das Unternehmen betonte, dass das ARR-Ziel nicht von neuen Mega-Deals abhängt. Die bestehende Nachfrage sei stark genug. Zudem zeigte sich Nebius zuversichtlich hinsichtlich Lieferkette und Komponentenbeschaffung.
Der Ausbau auf 16 Standorte und ein Gigawatt aktive Kapazität binnen eines Jahres ist ein Kraftakt. Mit einem Auftragsbestand von über 20 Milliarden Dollar und starken Vorauszahlungen ist die Finanzierung zwar abgesichert, doch die fristgerechte Lieferung bei gleichzeitig steigenden Margen wird 2026 die zentrale Bewährungsprobe.
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