Starke Kursgewinne treffen auf tiefe Skepsis der Analysten. Bei Nel ASA klaffen Börsenstimmung und Expertenmeinungen aktuell weit auseinander. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist treibt die Aktie mit einer neuen Technologie-Plattform an. Diese soll die Produktionskosten für grünen Wasserstoff drastisch senken.
Im Mai präsentierte Nel ein neues alkalisches Druckelektrolyse-System. Die Anlage arbeitet mit 15 Bar Druck. Das spart nachgelagerte Kompression. Der Energieverbrauch sinkt auf unter 50 Kilowattstunden pro Kilogramm Wasserstoff.
Das Hauptargument ist der Preis. Nel peilt für eine 25-Megawatt-Anlage schlüsselfertige Kosten von unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt an. Bisherige Industrieprojekte kosten oft mehr als doppelt so viel. Die Folge: Die Investitionskosten sinken massiv.
Millionen-Förderung für den Ausbau
Der Konzern industrialisiert die Plattform an seinem Standort im norwegischen Herøya. Die EU unterstützt das Vorhaben aus dem Innovationsfonds mit bis zu 135 Millionen Euro. Eine erste Tranche von zehn Millionen Euro fließt voraussichtlich im zweiten Quartal.
Die anfänglichen Investitionen belaufen sich auf rund 300 Millionen norwegische Kronen. Bis Ende des Jahres sollen die ersten 500 Megawatt Kapazität ans Netz gehen. Langfristig plant Nel einen jährlichen Output von vier Gigawatt.
Das Interesse an lokaler Wasserstoffproduktion wächst. Besonders aus dem Bereich Verteidigung und Energiesicherheit verzeichnet das Management eine steigende Nachfrage. Kunden suchen nach Anlagen, die sich einfach installieren und finanzieren lassen.
Schwache Zahlen, starker Kurs
Operativ läuft es noch schleppend. Die Kundenumsätze sanken zuletzt leicht auf 148 Millionen Kronen. Das operative Ergebnis blieb mit minus 100 Millionen Kronen tiefrot. Die Liquidität reicht laut Management bis Ende 2026.
Anleger honorieren die technologischen Fortschritte dennoch. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,30 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Gewinn von gut 56 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs notiert damit weit über der 200-Tage-Linie.
Analysten bleiben extrem vorsichtig. Berenberg senkte das Kursziel kürzlich auf 2,30 Kronen. Die Bank verweist auf den schwachen Auftragseingang. Das Konsensziel liegt bei lediglich 2,14 Kronen.
Ein kleiner Lichtblick kam aus den USA. Ein öffentlicher Versorger im Bundesstaat Washington bestellte erstmals die PEM-Technologie von Nel. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.
Das Management verhandelt aktuell über weitere Lieferungen in Europa und Nordamerika. Am 15. Juli präsentiert Nel die Halbjahreszahlen. Dann muss das Unternehmen beweisen, dass die neue Technologie auch feste Aufträge generiert.
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