Erstmals kauft ein öffentliches Versorgungsunternehmen einen Nel-Elektrolyseur. Das klingt nach einer Randnotiz — ist es aber nicht. Der Auftrag zeigt, wohin Nel seinen Markt ausdehnen will: weg vom klassischen Industriekunden, hin zu Strom- und Sicherheitsinfrastruktur.
Erster Auftrag aus dem Versorgungssektor
Das Douglas County Public Utility District im US-Bundesstaat Washington hat bei Nel Hydrogen US einen containerisierten PEM-Elektrolyseur bestellt. Auftragswert: rund 7 Millionen US-Dollar. Die Anlage soll überschüssigen Strom aus Wasserkraft in grünen Wasserstoff umwandeln — und so die Turbinen vor häufigem Hoch- und Runterfahren schützen.
Die Stacks produziert Nel in seinem Werk in Wallingford, Connecticut. Betriebsbereit soll die Anlage in der ersten Hälfte 2027 sein. Für Nel ist es das erste Mal, dass ein Versorgungsunternehmen Eigentümer und Betreiber einer seiner Wasserstoffanlagen wird.
Parallel dazu buchte Nel einen zweiten PEM-Auftrag im gleichen Zeitraum. Mesure Process, eine Tochter von Synqo Energies, bestellte ebenfalls Elektrolyseur-Equipment im Wert von rund 7 Millionen Dollar — für ein europäisches Projekt mit Wasserstofftankstellen und industrieller Nutzung.
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Verteidigung als neues Nachfragesegment
Nel sieht einen weiteren Wachstumspfad: dezentrale Energieversorgung für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen. CEO HÃ¥kon Volldal formuliert es direkt: „Ich glaube, es ist nicht kontrovers zu sagen, dass wir unser Energiesystem neu bewerten müssen.“
Die Logik dahinter ist nachvollziehbar. Lokale Wasserstoffproduktion reduziert die Abhängigkeit von zentraler Infrastruktur. In einer Zeit, in der Energiesicherheit politisch ganz oben steht, gewinnt das Argument an Gewicht.
Zahlen: Verluste schrumpfen, Auftragsbestand auch
Das erste Quartal 2026 war operativ noch verlustreich. Der Umsatz lag bei 152 Millionen Norwegischen Kronen, das EBITDA bei minus 100 Millionen Kronen — allerdings 15 Millionen Kronen besser als im Vorjahresquartal.
Der Auftragsbestand sank um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,1 Milliarden Kronen. Die Liquidität hält Nel bei etwa 1,4 Milliarden Kronen. Das reicht nach eigenen Angaben bis Ende 2026. Hinzu kommt ein erwarteter EU-Zuschuss von 11 Millionen Euro, den Nel für das zweite Quartal 2026 einplant.
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Nel hat seine Belegschaft seit dem Höchststand um 26 Prozent reduziert. Das Unternehmen hat sich verschlankt — ob das reicht, zeigt sich an den Auftragseingängen.
Vorstand kauft, Analysten verkaufen
Verwaltungsratschef Arvid Moss kaufte 100.000 Aktien zu durchschnittlich 2,25 Norwegischen Kronen. Ein klares Signal des Vertrauens — das die Analystengemeinde nicht teilt.
Von 12 Analysten empfehlen acht den Verkauf der Aktie, sechs raten zum Halten. Kein einziger empfiehlt den Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,21 Kronen. Morgan Stanley senkte sein Ziel auf 2 Kronen, Citi auf 2,40 Kronen.
An der Frankfurter Börse notiert die Nel-Aktie aktuell bei 0,26 Euro — rund 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Mai. Seit Jahresbeginn hat die Aktie dennoch gut ein Drittel zugelegt.
Halbjahreszahlen als nächste Bewährungsprobe
Volldal verhandelt nach eigenen Angaben aktiv über Projekte zwischen 50 und 150 Megawatt in Europa und Nordamerika. Am 15. Juli legt Nel seine Halbjahreszahlen vor. Dann wird sichtbar, ob aus dem wachsenden Pipeline-Optimismus des CEOs tatsächlich unterzeichnete Verträge geworden sind.
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