Die Aktie von Nel ASA macht gerade eine harte Zeit durch und steckt tief im überverkauften Bereich fest. Mit einem 14-Tage-RSI von 30 deutet zwar einiges auf eine baldige Atempause im Abwärtstrend hin, aber der jüngste Schlusskurs von 0,1922 Euro schmerzt trotzdem. Das Papier liegt damit fast die Hälfte unter seinem Jahreshöchstwert vom Mai. Zum Jahrestief aus dem Februar trennen den Kurs nur noch magere elf %.
Die Zahlen: Tiefes Minus, aber volle Auftragsbücher
Die frischen Zahlen für das zweite Quartal liefern gemischte Signale. Beim Umsatz ging es um zwölf % runter auf 153 Millionen norwegische Kronen. Auch das operative Ergebnis rutschte weiter ins Minus, was vor allem an einem teuren Vergleich mit dem Partner Iwatani lag. Ohne diesen Einmaleffekt von 70 Millionen Kronen sähe die Welt deutlich freundlicher aus. Denn die Auftragsbücher füllen sich rasant: Der Neuzugang explodierte um über 170 % im Vergleich zum Vorquartal, massiv angefeuert durch die PEM-Elektrolyse.
Sommerflaute im Kalender und Fokus auf Indien
Kurzfristige Kurstreiber sind erst mal nicht in Sicht. Neue Quartalszahlen gibt es laut Kalender erst wieder am 21. Oktober. Bis dahin hängt die Aktie vor allem von der allgemeinen Stimmung rund um grünen Wasserstoff ab. Im Hintergrund arbeitet Nel aber weiter am Partnernetzwerk, wie etwa der geplanten Gigafactory in Indien mit Reliance. Die Chefetage verbucht die aktuelle Phase nüchtern als Konsolidierung und setzt auf das solide Cash-Polster, um die technologische Entwicklung bis zum nächsten Markt-Aufschwung durchzuziehen.
Das charttechnische Nervenspiel
Charttechnisch bleibt das Ganze ein Ritt auf der Rasierklinge. Der Kurs klebt spürbar unter den wichtigen 50-Tage- und 200-Tage-Linien. Das zeigt klar, dass der Abwärtstrend trotz überverkaufter Lage voll intakt ist. Extrem spannend wird in den nächsten Tagen, ob das Jahrestief bei 0,1731 Euro als Rettungsanker hält oder ob die Reise noch tiefer in den Keller geht.
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