Die Absicherung strategischer Rohstoffe und der operative Hochlauf eigener Weiterverarbeitungskapazitäten greifen bei Neo Performance Materials enger ineinander. Das Unternehmen hat eine Absichtserklärung mit Rainbow Rare Earths über eine Kooperation beim Phalaborwa-Projekt in Südafrika geschlossen.

Die Vereinbarung umfasst technische Unterstützung und Beiträge zur Auslegung des abschließenden Lösungsmittel-Extraktionskreislaufs der dortigen Verarbeitungsanlage.

Im Gegenzug sichert sich Neo Performance über das Memorandum of Understanding potenzielle Abnahmerechte. Die Vereinbarung sieht den künftigen Bezug von 40 Prozent der jährlichen Produktion an getrenntem Neodym-Praseodym-Oxid vor.

Zusätzlich erhält das Unternehmen Zugriff auf 65 Prozent der jährlichen Ausbringung von gemischtem Karbonat schwerer Seltener Erden. Die kommerziellen Bedingungen sollen an relevante Marktindizes gekoppelt werden. Bei dem Papier handelt es sich um eine Absichtserklärung und ausdrücklich noch nicht um einen verbindlichen Liefervertrag.

Kommerzieller Hochlauf im estnischen Magnetwerk

Der angestrebte Zugriff auf die Vorprodukte steht im Einklang mit den Verarbeitungsstufen des Konzerns. Bereits am 15. September nahm Neo Performance Materials die kommerzielle Produktion in seinem neuen Werk für Dauermagnete in Estland auf. In diesem Zusammenhang lieferte das Unternehmen erste kommerzielle Tranchen gesinterter Seltenerdmagnete an einen Tier-1-Zulieferer für Elektrofahrzeug-Traktionsmotoren aus.

Die erste Ausbaustufe der estnischen Fertigungsstätte weist eine Nennkapazität von 2.000 Tonnen pro Jahr auf. Bis zum Jahresende plant das Management, zwei bis drei zusätzliche Magnetprogramme in die reguläre kommerzielle Fertigung zu überführen. Das Unternehmen stärkt damit seine industrielle Basis außerhalb Asiens.

Studien für Phalaborwa bis 2027 geplant

Für das Vorhaben in Südafrika wurden am Donnerstag die nächsten Schritte im Projektzeitplan präzisiert. Rainbow Rare Earths beabsichtigt, im vierten Quartal 2026 eine Vor-Machbarkeitsstudie für das Projekt vorzulegen. Eine endgültige Machbarkeitsstudie ist für das erste Halbjahr 2027 anvisiert.

Diese technischen Prüfungen bilden die Voraussetzung dafür, ob und in welchem Umfang die vereinbarten Abnahmemengen später in feste Liefervereinbarungen übergehen. An der Börse beendete die Aktie von Neo Performance den Handel am gestrigen Montag bei 20,04 Euro. Nach dem Erreichen des 52-Wochen-Hochs von 30,50 Euro im August beläuft sich das Kursplus seit Jahresanfang auf 107 Prozent.