Nestle bekommt von Morningstar weiterhin Vorschusslorbeeren, aber nur vorsichtig. Die Analysten sehen den Konzern rund 12 Prozent unter ihrem fairen Wert und stufen die Aktie als Large-Core-Wert ein. Der Kern der Geschichte ist klar: Nach Jahren mit schwachem Volumenwachstum soll jetzt mehr Marketing und ein schärferes Sparprogramm die Trendwende bringen.
Mehr Geld für die Marke
Morningstar macht die alten Probleme deutlich. Zu wenig Innovation, inkonsequente Umsetzung, Marktanteilsverluste in wichtigen Bereichen und schwache Marketingausgaben haben das Wachstum belastet. Vor allem Preiserhöhungen trugen lange das Geschäft, nicht die Menge.
Jetzt dreht Nestle an mehreren Stellschrauben. Die Marketing- und Werbeausgaben sollen 2025 auf etwa 8,6 Prozent des Umsatzes steigen und danach auf hohem Niveau bleiben. Das liegt klar über dem Schnitt von 7,5 Prozent in den Jahren 2022 bis 2024.
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Kostensenkung als Gegenfinanzierung
Finanziert wird der Kurswechsel über ein erweitertes Sparprogramm. Bis Ende 2027 peilt der Konzern inkrementelle Kosteneinsparungen von 3 Milliarden CHF an. Dazu kommt der Plan, über zwei Jahre rund 16.000 Stellen abzubauen.
Philipp Navratil, seit September 2025 an der Spitze, treibt die Beschleunigung dieser Neuausrichtung voran. Ziel ist ein Portfolio, das besser zu schnell wechselnden Konsumtrends passt und verlorene Marktanteile zurückholt. Das ist kein kleiner Umbau. Es ist ein Versuch, das Wachstum wieder stärker über Mengen statt über Preiserhöhungen zu tragen.
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Kurs bleibt in enger Spanne
An der SIX zeigt sich die Aktie zuletzt stabil, aber ohne klare Dynamik. Mit 84,18 € liegt sie leicht unter dem Schlusskurs von 84,60 € am Vortag und seit Jahresanfang nahezu unverändert. Vom 200-Tage-Durchschnitt bei 83,05 € hat sich der Titel etwas entfernt, der Abstand zum 50-Tage-Schnitt bleibt aber negativ.
Auch die Bewertung spricht für Zurückhaltung. Der Konsens-Zielpreis liegt bei 87,39 CHF, für 2026 wird ein Gewinn von etwa 4,39 CHF je Aktie erwartet. Kurzfristig könnten hohe Rohstoffpreise für Kakao und Kaffee sowie höhere Marketingausgaben auf die Marge drücken. Ob die neue Wachstumsstrategie greift, wird damit zum entscheidenden Maßstab für die kommenden Quartale.
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