Elf Millionen US-Dollar für Autos und Krypto-Wetten statt für eine neue Sci-Fi-Serie. Der amerikanische Filmemacher Carl Rinsch hat Netflix betrogen. Die Quittung: 30 Monate Gefängnis. Das Urteil beendet ein bizarres Kapitel für den Streaming-Giganten.

Rückschläge auf dem Übernahmemarkt

Abseits des Gerichtssaals kämpft Netflix mit strategischen Rückschlägen. Der Konzern wollte die Streaming-Plattform Roku übernehmen. Fox bot allerdings mehr und sicherte sich den Deal.

Auch der Versuch, Warner Bros. Discovery zu kaufen, scheiterte. Paramount Skydance erhielt hier den Zuschlag. Ein Trostpflaster bleibt. Netflix kassierte nach dem geplatzten Warner-Deal eine Ausfallgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar.

Frisches Futter für Abonnenten

Um neue Einnahmen zu generieren, setzt das Management auf bewährte Erfolge. Das Universum der Serie „Haus des Geldes“ wächst weiter. Schauspieler Alvaro Morte bestätigte ein neues Anthologie-Format. Damit will Netflix seine Werbeeinnahmen im Jahresvergleich verdoppeln.

Analysten warnen, Insider verkaufen

An der Börse zeigt sich ein trübes Bild. Die Aktie notiert aktuell bei 64,80 Euro. Das ist ein minimales Plus von 0,31 Prozent zum gestrigen Schlusskurs. Auf Sicht eines Monats verlor das Papier jedoch gut zwölf Prozent an Wert.

Der RSI-Indikator nähert sich mit einem Wert von fast 36 dem überverkauften Bereich. Die annualisierte Schwankungsbreite der vergangenen 30 Tage liegt bei 30,43 Prozent.

Marktbeobachter reagieren vorsichtig. Weiss Ratings stufte das Papier kürzlich auf „Halten“ ab. Goldman Sachs rät sogar zur Untergewichtung. Bank of America hält dagegen an ihrer Kaufempfehlung fest. Das Kursziel liegt hier bei 125 US-Dollar.

Besonders die Führungsetage sendet negative Signale. Insider verkauften in den vergangenen drei Monaten über 1,3 Millionen Aktien. Allein Direktor Bradford L. Smith trennte sich von knapp 36.000 Anteilen. Er liquidierte seine Position zu einem Kurs von 77,52 US-Dollar. Solange das eigene Management im großen Stil Kasse macht, bleibt der Verkaufsdruck auf die Aktie hoch.