Netflix kauft ein KI-Startup — und setzt damit auf einen der größten Kostenhebel in der Unternehmensgeschichte. Die Akquisition von InterPositive, gegründet von Ben Affleck, soll die Produktion grundlegend verändern.
600 Millionen Dollar für KI-Effizienz
Netflix zahlt bis zu 600 Millionen Dollar für InterPositive. Die Technologie des Startups automatisiert visuelle Effekte, Casting-Prozesse und Set-Design. Das Ziel: jährliche Einsparungen von 3,5 Milliarden Dollar — gemessen an einem Gesamtbudget von 18 Milliarden Dollar für Inhalte.
Parallel baut Netflix sein Franchise-Geschäft aus. Mit Ferrero und Moose Toys entsteht eine Partnerschaft rund um die Wonka-Marke. Merchandise und Konsumgüter sollen künftig stärker mit der Content-Strategie verzahnt werden.
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Institutionelle kaufen, Insider verkaufen
Das Bild auf der Eigentümerseite ist gespalten. Institutionelle Investoren — darunter Edgemoor Investment Advisors, Future Fund und Eurizon Capital — haben ihre Positionen zuletzt deutlich ausgebaut. Zusammen halten sie knapp 81 Prozent der Anteile.
Das Management hingegen hat verkauft. In den vergangenen 90 Tagen trennten sich Insider von 1,37 Millionen Aktien im Wert von rund 130 Millionen Dollar. CEO Gregory K. Peters und CFO Spencer Adam Neumann zählten im Mai zu den Verkäufern.
Starke Zahlen, aber Kurs unter Druck
Operativ läuft es gut. Im ersten Quartal erzielte Netflix einen Gewinn je Aktie von 1,23 Dollar — Analysten hatten 0,76 Dollar erwartet. Der Umsatz stieg um 16,2 Prozent auf 12,25 Milliarden Dollar.
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Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Am Freitag schloss die Aktie bei 86,01 Dollar — rund 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 134,12 Dollar. Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von 114,82 Dollar und empfehlen die Aktie mit „Moderate Buy“.
Zwei Risiken bleiben im Blick. Gewerkschaften könnten den KI-Einsatz in der Produktion anfechten. Und der Erfolg neuer Franchise-Ventures ist naturgemäß unsicher. Als Wachstumsstütze gilt das Werbegeschäft: Für 2026 peilt Netflix Werbeerlöse von 3 Milliarden Dollar an.
Im Juni kommt ein weiterer Einschnitt: Mitgründer Reed Hastings gibt seinen Posten als Chairman ab. Wie der Konzern diese Übergangsphase meistert, dürfte die Kursentwicklung in der zweiten Jahreshälfte mitbestimmen.
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