Nach dem geplatzten Milliarden-Deal um Warner Bros. richtet der Streaming-Gigant seinen Blick auf eine völlig andere Zielscheibe. Statt in verstaubte Filmkataloge investiert Netflix nun massiv in die Zukunft der Postproduktion. Ein gezielter Zukauf im Bereich der Künstlichen Intelligenz zeigt, wie das Unternehmen seine Vormachtstellung künftig technologisch absichern will.
Affleck-Startup für 600 Millionen
Netflix übernimmt das KI-Unternehmen InterPositive für bis zu 600 Millionen US-Dollar. Die finale Summe ist stark an das Erreichen bestimmter Leistungsziele geknüpft. Gegründet wurde das bis dato weitgehend unbekannte Startup im Jahr 2022 von Hollywood-Star Ben Affleck. Nach der 700-Millionen-Dollar-Übernahme der Roald Dahl Story Company markiert dieser Schritt die zweitgrößte Akquisition in der Geschichte des Streaming-Anbieters.
InterPositive entwickelt spezialisierte Werkzeuge für Filmemacher. Die Software ermöglicht es, bereits gedrehtes Material nachträglich zu verändern, störende Objekte zu entfernen oder Hintergründe nahtlos anzupassen. Regisseur David Fincher setzte die Technologie bereits bei einem kommenden Film mit Brad Pitt ein. Das gesamte 16-köpfige Team wechselt zu Netflix, während Affleck künftig als leitender Berater für die technologische Integration fungiert.
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Strategiewechsel nach dem Warner-Rückzug
Der Zeitpunkt des Deals ist kein Zufall. Erst vergangene Woche zog sich Netflix aus dem Bieterwettstreit um die Studio- und Streaming-Sparten von Warner Bros. Discovery zurück. Konkurrent Paramount Skydance sicherte sich den Zuschlag, während Netflix eine Ausfallgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar kassierte.
Co-CEO Ted Sarandos betonte kürzlich in einem Interview, man sei eher „Baumeister als Käufer“. Der aktuelle Zukauf unterstreicht diese Philosophie. Anstatt sich mit einer langwierigen Studio-Übernahme zu belasten, holt sich Netflix proprietäre Technologie ins Haus. Das Werkzeug soll nicht auf dem freien Markt verkauft, sondern exklusiv den eigenen Kreativpartnern zur Verfügung gestellt werden.
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Starkes Fundament für neue Wetten
Finanziell agiert das Unternehmen aus einer Position der Stärke. Die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres 2025 untermauern den Spielraum für strategische Investitionen:
- Umsatz: 45,2 Milliarden US-Dollar
- Freier Cashflow: Rekordwert von 9,5 Milliarden US-Dollar
- Werbeeinnahmen: 1,5 Milliarden US-Dollar (Verdopplung für 2026 erwartet)
- Abonnenten: 325 Millionen weltweit
Investoren bewerten die Aktie mittlerweile weniger nach reinem Nutzerwachstum. Der Fokus liegt primär auf dem durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer und der Cashflow-Entwicklung. Der Markt honoriert diese Disziplin: Seit Ende Februar legte das Papier bereits um rund 17 Prozent zu.
Mit einem geplanten Content-Budget von 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 muss Netflix nun beweisen, dass organisches Wachstum die Lücke des aufgegebenen Warner-Deals füllen kann. Die Integration von KI in die Produktionsabläufe wird dabei ein zentraler Hebel sein, um Kosten zu optimieren und die Margen weiter auszubauen. Um Bedenken aus Hollywood bezüglich Urheberrechten zu zerstreuen, garantierte Affleck bereits, dass die InterPositive-Systeme ausschließlich mit genehmigtem, projektspezifischem Material trainiert werden.
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