Erst ein Quartalsbericht, der Erwartungen deutlich übertraf. Dann eine Welle von Analysten-Upgrades. Dann die Eröffnung eines KI-Netzwerklabors. Nokia hat in einer einzigen Woche so viele Katalysatoren gesammelt wie selten zuvor — und der Kurs quittierte das mit einem Sprung auf den höchsten Stand seit 2010.
Am Freitag schloss die Nokia-Aktie in Helsinki bei 13,30 Euro, ein Tagesplus von gut neun Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg fast 139 Prozent. Zum Vergleich: Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum rund neun Prozent zu.
Starke Zahlen als Fundament
Der Antrieb kommt nicht aus dem Nichts. Nokia meldete für das erste Quartal 2026 einen vergleichbaren operativen Gewinn von 281 Millionen Euro — ein Plus von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über dem Konsens von 250 Millionen Euro.
Besonders auffällig: Der Umsatz mit KI- und Cloud-Kunden stieg um 49 Prozent. Das Segment macht zwar erst acht Prozent des Gesamtumsatzes aus, generierte aber allein im Quartal Bestellungen von einer Milliarde Euro. CEO Justin Hotard erklärte, das Unternehmen liege beim Jahresziel für den operativen Gewinn — einer Spanne von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro — über dem Mittelpunkt. Die Umsatzprognose für das Segment Optik und IP-Netzwerke hob Nokia auf 18 bis 20 Prozent Wachstum an, nach zuvor zehn bis zwölf Prozent.
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Wall Street dreht die Bewertung
Die Analysten zogen nach. CFRA stufte Nokia von Hold auf Buy hoch und mehr als verdoppelte das Kursziel auf 16 Dollar. Argus folgte mit einem Buy-Rating und einem Ziel von 15 Dollar. Morgan Stanley hob das Kursziel für die Helsinki-Aktie auf 14 Euro an und bezeichnete Nokia als Top-Pick — mit dem Argument, das Unternehmen sei einzigartig positioniert, um vom Boom bei Rechenzentrumsausgaben zu profitieren. JPMorgan, Deutsche Bank, Arete und Nordea zogen ebenfalls mit Zielerhöhungen oder Hochstufungen nach.
Kein Wunder, dass Investoren aufhorchen. In Europa dreht sich die KI-Geschichte bislang vor allem um Rechenleistung, Energie und Elektronikkomponenten. Unternehmen, die direkt in Konnektivität und Netzwerkinfrastruktur tätig sind, sind rar. Nokia füllt diese Lücke — als westlicher Anbieter kritischer Infrastruktur mit wachsendem Marktgewicht.
Infinera-Deal und Patentsieg stärken die Position
Im Februar 2025 schloss Nokia die Übernahme von Infinera ab. Damit entstand im westlichen Markt für hochwertige optische Netzwerke faktisch ein Duopol — Nokia-Infinera auf der einen, Ciena auf der anderen Seite. Der Wettbewerber Ericsson verfehlte im April seinen eigenen Gewinnausblick für das erste Quartal. Als Grund nannte das Unternehmen höhere KI-Chipkosten und schwächere Nordamerika-Verkäufe. Dieser Kontrast schärfte den Blick der Investoren für Nokias Outperformance.
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Hinzu kam ein juristischer Erfolg: Am 12. Mai entschied ein britisches Berufungsgericht zugunsten von Nokia und blockierte dauerhaft Klagen von Acer und Asus in London. Die Fälle betrafen Videocodierungs-Patente. Das Gericht stoppte die Verfahren, weil Nokia anbot, faire Lizenzbedingungen per Schiedsverfahren festzulegen.
Was die nächste Woche bringt
Drei Punkte verdienen Aufmerksamkeit. Erstens: Ciena legt Anfang Juni Quartalszahlen vor. Als direkter Wettbewerber im optischen Netzwerkmarkt liefern diese Zahlen ein Echtzeitbild der KI-getriebenen Nachfrage — und damit einen Test für Nokias eigene Wachstumsthese.
Zweitens: Nokia hat für das zweite Quartal ein sequenzielles Umsatzwachstum von fünf bis neun Prozent in Aussicht gestellt. Jede Vertragsmeldung oder Kommentierung, die diese Richtung bestätigt, dürfte die Dynamik stützen.
Drittens bleibt das Risikoprofil real. Nokia hängt weiterhin von Investitionszyklen der Telekommunikationsbranche ab. KI und Cloud sind erst acht Prozent des Umsatzes — das Thema ist früh, nicht dominant. Sollte dieser Bereich langsamer wachsen als erwartet, drohen scharfe Korrekturen für Anleger, die bereits eine vollständige Neubewertung als KI-Infrastrukturwert eingepreist haben. Bei einem Kurs auf 16-Jahres-Hoch ist der Spielraum für Enttäuschungen eng.
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