Nordex hat gestern einen weiteren Auftrag mit langfristiger Servicebindung gemeldet. DenkerWulf bestellte Anlagen für den Windpark Bredenbek in Schleswig-Holstein. Zum Auftrag gehört ein Premium-Servicevertrag über 20 Jahre. Damit steht neben dem Verkauf der Windenergieanlagen auch deren langfristige Betreuung im Mittelpunkt. Bereits der jüngste Auftrag aus Neuseeland umfasste eine mehrjährige Servicevereinbarung.

Bredenbek erweitert das Auftragsgeschäft

Für Bredenbek liefert Nordex neun Anlagen des Typs N149/5.X mit einer Gesamtleistung von 51,3 MW. Nach Unternehmensangaben verbindet DenkerWulf die Bestellung mit dem langfristigen Servicepaket.

Für Anleger sind dabei zwei Bestandteile zu unterscheiden: die Lieferung der Anlagen und die über einen längeren Zeitraum vereinbarte Betreuung. Die Vertragsdauer macht den zeitlichen Horizont des Servicegeschäfts sichtbar. Sie ist allerdings nicht mit einer Aussage über dessen finanziellen Beitrag gleichzusetzen.

Der neue Auftrag ist damit ein konkreter Geschäftserfolg. Für die Bewertung seiner wirtschaftlichen Bedeutung reicht die Anlagenleistung allein jedoch nicht aus. Entscheidend bleibt auch, wie sich das Geschäft in Umsatz und Ergebnis niederschlägt.

Neuseeland zeigt eine ähnliche Vertragsstruktur

Am Donnerstag meldete Nordex den ersten Auftrag aus Neuseeland. Mercury bestellte für einen Windpark in Otago insgesamt 40 Anlagen des Typs N133/4.8.

Die Gesamtleistung beträgt nach Unternehmensangaben 192 MW. Bestandteil dieser Bestellung ist ein umfassender Servicevertrag über 30 Jahre.

Beide Meldungen verbinden somit Anlagenlieferungen mit langfristigen Servicevereinbarungen. Der Unterschied liegt auch in der geografischen Bedeutung: Während Bredenbek ein Projekt in Schleswig-Holstein betrifft, markiert die Mercury-Bestellung den ersten Auftrag für Nordex aus Neuseeland. Der Auftrag erschließt damit einen zusätzlichen Absatzmarkt, ohne bereits eine Aussage über weitere Bestellungen dort zu erlauben.

Höhere Margenprognose als finanzieller Maßstab

Den finanziellen Hintergrund liefert die vorläufige Quartalsmeldung vom 15. Oktober. Nordex bezifferte den Umsatz im dritten Quartal 2026 auf rund 2.187 Millionen Euro.

Die Ergebnisentwicklung fiel dabei so aus, dass das Unternehmen seine Margenerwartung für das Gesamtjahr anhob. Das vorläufige EBITDA betrug rund 278 Millionen Euro; die EBITDA-Marge erreichte 12,7 %.

Für das Gesamtjahr 2026 erhöhte Nordex die Prognose der EBITDA-Marge von 8,0–11,0 % auf 11,5–12,5 %.

Die neuen Bestellungen ergänzen somit eine bereits verbesserte Ergebnisperspektive. Sie ersetzen aber nicht den Blick auf die finanzielle Umsetzung. Der nächste angekündigte Termin dafür ist die Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal am 5. November.