Mit einem weiteren Großprojekt festigt die Nordex Group ihre Position im deutschen Onshore-Markt. Der Hamburger Windkraftanlagenbauer vermeldete gestern einen Auftrag des Projektentwicklers Navaris über ein Gesamtvolumen von 42 Megawatt. Das Vorhaben betrifft den Windpark Lambacher Höh in Rheinland-Pfalz und umfasst sowohl die Lieferung als auch die Errichtung von insgesamt sechs Großturbinen.

Neben vier Anlagen des Typs N163/6.X kommen zwei Turbinen der Variante N175/6.X zum Einsatz. Vereinbart wurde zudem ein Premium-Servicevertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren, der dem Konzern langfristig wiederkehrende Einnahmen sichert.

Anhaltende Auftragsdynamik im September

Die jüngste Order reiht sich in eine dichte Abfolge von Vertriebserfolgen auf dem Heimatmarkt ein. Erst am 16. September hatte sich Nordex einen 91-Megawatt-Auftrag von TEUT Energieprojekte für den brandenburgischen Windpark Schönermark-Passow gesichert, der gemeinsam mit der Salzburg AG umgesetzt wird und 13 N163/6.X-Anlagen beinhaltet.

Wenige Tage zuvor, am 14. September, erteilte die EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH den Zuschlag für fünf N175/6.X-Turbinen mit 34 Megawatt Gesamtleistung für ein Projekt im hessischen Rauschenberg.

Gemeinsam ist den jüngsten Großaufträgen die standardmäßige Kopplung an langjährige Servicevereinbarungen. Das Dienstleistungsgeschäft bildet für Hersteller von Windenergieanlagen ein wichtiges Polster, da Wartungsverträge über Zeiträume von zwei Jahrzehnten für stabile Margen und verlässliche Mittelzuflüsse sorgen.

Portfolio wird für schwächere Windstandorte ausgebaut

Auf technologischer Seite stellte das Unternehmen am 22. September eine Programmerweiterung vor. Die bewährte Delta4000-Plattform wird um das Modell N193/7.X ergänzt.

Die Turbine verfügt über eine Nennleistung von 7,3 Megawatt sowie einen Rotordurchmesser von 193 Metern und soll an typischen Schwach- bis Mittelwindstandorten einen um bis zu 14 Prozent höheren Energieertrag erzielen als das Vorgängermodell N175/6.X. Für den deutschen Markt ist zunächst eine Leistungsbegrenzung auf maximal 6,6 Megawatt vorgesehen, der Serienanlauf ist für das Jahr 2029 terminiert.

Seitens der Marktbeobachter erfährt die operative Ausrichtung Zuspruch. Das Analysehaus Berenberg bestätigte am 23. September die Kaufempfehlung für das Papier mit einem Kursziel von 58 Euro. An der Börse ging die Aktie gestern bei 38,80 Euro aus dem Handel. Trotz der jüngsten Kursschwankungen verzeichnet der Titel seit Jahresanfang ein Kursplus von 33 Prozent.

Blick auf die Neunmonatszahlen

Klarheit über die finanzielle Entwicklung der vergangenen Monate erhalten Investoren Anfang November. Nordex hat die Vorlage der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 für den 5. November um 7:00 Uhr angekündigt, gefolgt von einer Telefonkonferenz für Analysten und Investoren am selben Tag. Dann wird sich zeigen, in welchem Umfang sich die Auftragseingänge des Spätsommers bereits in der operativen Rentabilität des Konzerns niederschlagen.