Gleich mehrere Vertriebserfolge zum Quartalswechsel stärken das operative Geschäft des Hamburger Windkraftanlagenherstellers Nordex. Nachdem das Unternehmen bereits zum Ende des dritten Quartals neue Lieferverträge über 175 Megawatt in Frankreich, Portugal und Spanien vermeldet hatte, folgte gestern der Einstieg in ein weiteres Großprojekt: Für das Repowering-Vorhaben Auersthal RI in Niederösterreich orderte die WEB Windenergie AG acht Turbinen des Typs N175/6.X mit einer Gesamtleistung von 56 Megawatt.
An der Börse zeigte sich das Papier nach den Meldungen kaum bewegt. Der Kurs schloss am Donnerstag bei 38,60 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,9 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie dennoch ein deutliches Plus von 33 Prozent.
Technologischer Meilenstein in Österreich
Der Auftrag aus Österreich markiert für die Nordex Group eine Premiere. Es handelt sich um das erste Projekt mit der modernen N175/6.X-Plattform im österreichischen Markt und stellt zugleich das bisher größte Einzelprojekt des Konzerns im Land dar. Neben der Lieferung der Anlagen ist ein Premium-Servicevertrag über eine Laufzeit von 25 Jahren Bestandteil der Vereinbarung. Die Inbetriebnahme der Windenergieanlagen ist für das Jahr 2028 geplant.
Bereits am Mittwoch hatte Nordex den Abschluss von Verträgen über insgesamt 34 Turbinen für Standorte in Südwesteuropa bekanntgegeben. Die Anlagen mit einem Volumen von 175 Megawatt sollen in den Jahren 2027 und 2028 ans Netz gehen. Zusammen mit dem Auftrag des Projektentwicklers Navaris über 42 Megawatt in Rheinland-Pfalz summieren sich die jüngsten Zuwächse auf eine spürbare Erweiterung des Auftragsbuchs.
Analysten blicken auf die Margenentwicklung
Im Vorfeld der Zwischenberichterstattung meldete sich auch die US-Investmentbank Jefferies zu Wort. Analyst Constantin Hesse bestätigte am Mittwoch seine Kaufempfehlung für die Nordex-Aktie mit einem Kursziel von 60 Euro. Er rechnet mit einem soliden dritten Quartal, wenngleich mögliche Projektverzögerungen auf Kundenseite die Entwicklung dämpfen könnten. Positive Tendenzen bei den Margen böten jedoch Spielraum, die Jahreszielspanne für den Gewinn künftig nach oben einzugrenzen.
Parallel dazu passte Nordex seine Kapitalstruktur formal an. Nach der Ausgabe neuer Bezugsaktien bezifferte das Unternehmen die Gesamtzahl der Stimmrechte zum Stichtag 30. September auf 236.880.554 Stück.
Für Anleger richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den kommenden Monat. Nordex plant die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 am 5. November. Dann wird sich zeigen, in welchem Umfang sich die anhaltenden Auftragseingänge bereits in den Ertragszahlen und im operativen Cashflow niederschlagen.
Stand heute, 2. Oktober: Nordex – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nordex investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 2. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

