Sechs Jahre nach Studienstart liefert Kisqali erstmals belastbare Überlebensdaten in der Brustkrebs-Frühbehandlung. Die NATALEE-Studie zeigt: Das Medikament senkt das Sterberisiko nicht nur während der Therapie, sondern auch Jahre danach. Für Novartis ist das ein wichtiger Beleg für den Wert eines der zentralen Wachstumspräparate.

Rund 20 Prozent weniger Todesfälle

Kisqali plus Hormontherapie senkte das Sterberisiko im Vergleich zur alleinigen Hormontherapie um 19,1 Prozent (Hazard Ratio 0,809). Der Vorteil zeigte sich konsistent in allen wichtigen Untergruppen. Untersucht wurde die breiteste Patientenpopulation im Stadium II und III mit hohem Rückfallrisiko, darunter auch Patientinnen ohne Lymphknotenbefall mit hohem Risiko.

Der absolute Überlebensvorteil wuchs von 1,2 Prozentpunkten nach fünf Jahren auf 2,1 Prozentpunkte nach sechs Jahren. Beim krebsspezifischen Überleben fiel der Effekt deutlicher aus: Das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, sank um rund 30 Prozent.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Die Patientinnen sind im Median seit gut drei Jahren ohne Kisqali, der Nutzen wächst dennoch weiter.

Vorteil beim rückfallfreien Überleben wächst

Auch beim primären Studienziel, dem invasiven krankheitsfreien Überleben, vergrößerte sich der Abstand. Er stieg von 4,1 auf 5,3 Prozentpunkte. Weniger Frauen in der Kisqali-Gruppe erlitten Metastasen.

Die Sicherheit blieb unauffällig. Neue Warnsignale gab es laut Unternehmen nicht, zweite Krebserkrankungen traten in beiden Gruppen ähnlich selten auf (3,0 gegenüber 3,3 Prozent).

Novartis stellt die Daten beim Krebskongress ESMO in Madrid vor. Der Konzern betont, Kisqali sei der einzige CDK4/6-Hemmer mit statistisch signifikantem Überlebensvorteil in drei Studien im metastasierten Setting. Nun kommt ein klinisch bedeutsamer Überlebensvorteil in der frühen Erkrankung hinzu.

Marktumfeld

Die Schweizer Börse zeigte sich am Donnerstag robust, während europäische Technologiewerte und hohe Ölpreise den EuroStoxx 50 um 1,94 Prozent drückten. Der SMI schloss nahezu unverändert, gestützt von den Schwergewichten Novartis und Nestle. Die defensive Rolle des Pharmakonzerns dürfte durch die neuen Daten zusätzlich Rückenwind bekommen.

Die Zulassungen für die Frühbehandlung laufen weltweit weiter, zuletzt kam die Genehmigung der chinesischen Behörde hinzu. Die vollständige Präsentation der Sechsjahresdaten beim ESMO, der Kongress dauert vom 23. bis 27. Oktober, dürfte die Diskussion unter Onkologen weiter prägen.