Der Pharmakonzern Novartis baut seine technologische Plattform zur Behandlung neurologischer Erkrankungen aus. Das Basler Unternehmen übte eine vertragliche Option aus, um sich von dem Partner Sironax die weltweiten Rechte an einer Plattform zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke zu sichern. Nach dem Abschluss der Transaktion fließen 125 Millionen US-Dollar an Sironax.
Strategischer Fokus auf das Nervensystem
Die Blut-Hirn-Schranke stellt in der Medikamentenentwicklung eine erhebliche Hürde dar. Sie hindert viele therapeutische Moleküle daran, das zentrale Nervensystem zu erreichen. Durch den Erwerb der Plattformrechte sichert sich Novartis eine Technologie, mit der künftige Wirkstoffe effizienter in das Gehirn geschleust werden könnten.
Die Vereinbarung fällt in eine Phase operativer Bereinigungen im neurologischen Portfolio. Am 16. September stellte Novartis die Entwicklung des Wirkstoffkandidaten VHB937 zur Behandlung von amyotropher Lateralsklerose ein.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatte die entsprechende Phase-II-Studie sowohl ihre primären als auch ihre sekundären Ziele verfehlt. Der Zukauf der Plattformtechnologie zeigt, dass der Konzern trotz des klinischen Rückschlags an Innovationen für Erkrankungen des zentralen Nervensystems festhält.
Zulassungsempfehlung für Cosentyx und Standortausbau
Parallel zu den Schritten in der Neurologie verzeichnet das Unternehmen Fortschritte in der Immunologie. Am 18. September sprach sich der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur für eine EU-Zulassung von Cosentyx (Secukinumab) aus.
Die Empfehlung betrifft die Behandlung von Polymyalgia rheumatica bei Erwachsenen, die unzureichend auf Steroide ansprechen oder bei deren Ausschleichen einen Rückfall erleiden. Die Entscheidung stützt sich auf Ergebnisse einer Phase-III-Studie.
Auch die infrastrukturelle und therapeutische Präsenz wurde ausgebaut. In München eröffnete das Unternehmen am 18. September eine neue Niederlassung mit rund 2.600 Quadratmetern Bürofläche im Gebäude „The Stack“. Zudem rückte Novartis am 22. September anlässlich des Welt-CML-Tages die Lebensqualität von Patienten sowie die gemeinsame Entscheidungsfindung in der hämatologischen Versorgung in den Vordergrund.
Kursplus zum Wochenauftakt
An den Finanzmärkten verzeichnete die Aktie zuletzt eine freundliche Tendenz. Im gestrigen Handel legte der Titel um 1,6 Prozent zu und ging mit einem Schlusskurs von 129,32 Euro aus dem Handel.
Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Kursgewinn auf 4,7 Prozent. Vor gut drei Wochen hatten Investoren die M&A-Strategie des Unternehmens zwar noch hinterfragt, die jüngsten operativen Weichenstellungen stützen jedoch den Aufwärtstrend der vergangenen Tage.
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