Bernstein hat sein Kursziel für Novo Nordisk angehoben — und warnt trotzdem. Eine seltene Kombination, die zeigt, wie gespalten die Einschätzungen zum dänischen Pharmariesen derzeit sind.

Abwärtstrend noch nicht gebrochen

Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie rund 12 Prozent verloren. Rückläufige Erlöse, sinkende Margen und wachsender Wettbewerb im GLP-1-Segment haben das Papier belastet. Der übergeordnete Abwärtstrend ist laut Bernstein trotz der jüngsten Erholungsrallye noch intakt — ein wichtiger Hinweis für alle, die den Kursanstieg der letzten Wochen als Trendwende interpretieren wollen.

Die Ausgangslage ist nicht hoffnungslos. Novo Nordisk startete stark ins neue Geschäftsjahr 2026, gestützt von der oral einzunehmenden Wegovy-Variante — einem Produkt, das neue Patientengruppen ansprechen könnte, die Spritzen ablehnen. Der Ausblick wurde daraufhin geringfügig angehoben.

Wachstumszweifel bleiben

Allerdings reicht das nicht, um die grundsätzlichen Bedenken zu zerstreuen. Bernstein erkennt das Potenzial — daher das höhere Kursziel — bleibt aber skeptisch, ob das Unternehmen seinen früheren Wachstumskurs wieder aufnehmen kann. Intensiver Wettbewerb, insbesondere durch aufholende Konkurrenten im Abnehmmittel-Markt, dürfte den Druck auf Preise und Margen weiter aufrechterhalten.

Für Anleger, die auf eine schnelle Rückkehr zu alten Hochs setzen, ist das Bernstein-Urteil ernüchternd: Die Fundamentaldaten allein tragen die aktuelle Kurserholung noch nicht. Erst wenn der Abwärtstrend strukturell gebrochen ist und sich die Margenentwicklung stabilisiert, dürfte das Aufwärtspotenzial überzeugender werden. Konkrete neue Studiendaten oder ein stärkeres Umsatzwachstum im laufenden Quartal könnten den nächsten Richtungsimpuls liefern.