Im Ringen um die künftige Marktposition bei Stoffwechseltherapien setzt Novo Nordisk verstärkt auf neue Verabreichungsformen und externe Kooperationen.

Der dänische Pharmakonzern reagiert damit auf zunehmende Fragen von Investoren zu künftiger Preismacht und drohenden Patentabläufen bei bestehenden Kassenschlagern. Durch Partnerschaften für längere Dosisintervalle und orale Wirkstoffe will das Management die Produktpipeline für das kommende Jahrzehnt absichern.

Partnerschaften für längere Dosisintervalle

Einen wichtigen Baustein dieser Technologie-Offensive bildet eine weltweite Lizenz- und Kooperationsvereinbarung mit Nanexa, die das Unternehmen am 24. September bekanntgab.

Die Vereinbarung umfasst die PharmaShell-Technologie zur Wirkstoffverabreichung für bis zu fünf Entwicklungsprogramme. Diese zielen auf Adipositas, Typ-2-Diabetes und weitere kardiometabolische Indikationen ab. Angestrebt werden Verabreichungsintervalle auf monatlicher oder vierteljährlicher Basis.

Für Nanexa beläuft sich das Gesamtvolumen der Kooperation auf bis zu 1,165 Milliarden Euro. Darin enthalten sind 615 Millionen Euro an Vorab- sowie Entwicklungs- und Meilensteinzahlungen, ergänzt um Lizenzgebühren im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Parallel dazu baut der Konzern das Portfolio an oralen Therapien aus. Vor gut einer Woche sicherte sich Novo Nordisk die exklusiven Rechte am oralen Wirkstoffkandidaten HRS-1596 außerhalb des chinesischen Festlands, Hongkongs, Macaus und Taiwans; seither verlor das Papier 1,4 %. Dieser duale GLP-1/GIP-Rezeptoragonist von Hengrui Pharma besitzt das Potenzial für eine einmal wöchentliche Gabe.

Ambitionierte Pipeline-Ziele treffen auf Zurückhaltung

Die Suche nach zukunftsfähigen Therapien folgt den strategischen Zielmarken, die das Management am 21. September auf seinem Kapitalmarkttag in London vorstellte. Novo Nordisk peilt bis 2030 mehr als fünf Markteinführungen von sogenannten Multi-Blockbustern an.

Zudem soll der risikobereinigte Pipeline-Umsatz bis 2035 ein Volumen von über 150 Milliarden DKK erreichen. Der Konzern betonte dabei ausdrücklich, dass diese Ambitionen keine finanzielle Prognose darstellen.

Am Markt stießen die Pläne dennoch auf Zurückhaltung. Wie Reuters berichtete, äußerten Investoren Skepsis hinsichtlich der langfristigen Preismacht und der Akquisitionsstrategie. An der Börse bleibt der Druck auf den Titel spürbar. Im vorbörslichen Handel notiert der Wert bei 33,30 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang damit auf ein Minus von 24 %.