Rekorderlöse, ein milliardenschweres Rückkaufprogramm und eine drastisch erhöhte Dividende — Nvidia lieferte zum Auftakt des Geschäftsjahres 2027 auf ganzer Linie. Dennoch notiert die Aktie rund acht Prozent unter ihrem Allzeithoch. Der Grund liegt nicht in den Zahlen, sondern in einem geopolitischen Schatten, der sich hartnäckig hält.
Zahlen, die kaum Wünsche offenlassen
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge lag bei rund 75 Prozent, sowohl auf GAAP- als auch auf Non-GAAP-Basis. Für das laufende zweite Quartal peilt das Unternehmen 91 Milliarden Dollar Umsatz an, bei weitgehend stabilen Margen.
Das Zahlenwerk überzeugte auch das Board: Es genehmigte ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende springt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie — eine Verzehnfachung auf einen Schlag.
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Analysten von William Blair bleiben klar bullish. Als Haupttreiber nennen sie anhaltende Investitionen großer Technologiekonzerne in KI-Hardware. CEO Jensen Huang selbst bezeichnet die nächste Serverplattform unter dem Codenamen „Vera Rubin“ als potenziell größten Produktlaunch in der Unternehmensgeschichte.
China: Milliarden-Markt, null Umsatz
Trotz der starken Zahlen bleibt ein strukturelles Problem bestehen. China machte im Geschäftsjahr 2025 noch rund 13 Prozent des Gesamtumsatzes aus — umgerechnet etwa 17 Milliarden Dollar. Heute ist dieser Anteil bei fortschrittlichen KI-Chips faktisch auf null gesunken, US-Exportbeschränkungen machen das Geschäft unmöglich. Nvidia plant für das laufende Quartal keinerlei Rechenzentrumserlöse aus China ein.
Am vergangenen Samstag äußerte sich Huang in Taipei zu einem brisanten Vorfall: Taiwanesische Behörden hatten Personen festgenommen, die gefälschte Dokumente genutzt haben sollen, um KI-Chips nach China, Hongkong und Macao zu schmuggeln — ein Verstoß gegen US-Handelsrecht. Huang forderte Partner wie Super Micro Computer auf, ihre Compliance-Strukturen zu stärken.
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Langfristig sieht Huang China weiterhin als bedeutenden Markt in einem auf 200 Milliarden Dollar geschätzten CPU- und Rechenzentrumsmarkt. Kurzfristig bleibt das Geschäft dort jedoch blockiert.
Kurs unter Druck, Trend intakt
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 185,46 Euro, ein Minus von knapp zwei Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von sieben Tagen verlor sie gut vier Prozent — das Allzeithoch von 201,05 Euro aus der vergangenen Woche rückt damit wieder in etwas weitere Ferne. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 57 Prozent.
Am 28. Mai präsentiert Nvidia auf der TD Cowen Technology Conference, am 4. Juni folgt die BofA Global Technology Conference. Beide Auftritte dürften zeigen, wie das Management die China-Risiken gegenüber institutionellen Investoren einpreist — und ob Vera Rubin die Erwartungen trägt, die Huang daran knüpft.
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